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21. Januar 2018

 



Rezension des Konzertabends am 29. Januar 2006

So etwas war offenkundig ein Novum für die Jülicher Musikfreunde. Selten wurden Instrumentalisten in der Pause eines Schlosskonzertes so von Wissensdurstigen umlagert wie die beiden Marimbaphonisten Katarzyna Mycka und Franz Bach.

Neu ist das Instrument selbst nicht, allenfalls seltener in unserem Kulturkreis als Orchester­klangkörper in seinem tonalen Umfang. In Japan oder in Südamerika gehört das ursprünglich aus Afrika stammende Marimbaphon, kurz Marimba genannt, längst zum musikalischen Alltag, ähnlich dem Klavier und den Streichinstrumenten in unseren Breiten.

Nicht allein die ungezählten klanglichen Facetten des über zwei Meter langen und fünf Oktaven umfassenden Instruments machten den Abend zu einem besonderen Ereignis. Viele Musikfreunde wollten die Klänge, von sanft schwingend bis stark perkussiv hören. Die technischen Fertigkeiten und interpretatorischen Fähigkeiten von Katarzyna Mycka und Franz Bach ließen die anfängliche Neugier schnell in Begeisterung umschlagen. In lockerer Art moderierten die beiden und gewannen ihr Publikum damit auch. Präzise wie ein Uhrwerk huschten vier Schläger (Mallet) pro Spieler über die Instrumente.

Katarzyna Mycka und Franz Bach begannen ihr Konzert mit einer eigenen Bearbeitung von Domenico Scarlattis „Sonate G-Dur, K. 13". Anschließend zeichneten die erst wenige Jahre alten „Drei Skizzen für Marimbaduo" von Matthias Schmidt ein Klangbild zwischen Blues und Experiment auf den Palisanderstäben.

Über das E-Dur-Präludium (Nr. IX) von Johann Sebastian Bach aus dem „Wohltemperierten Klavier" und dessen Adaption von Andrew Thomas spannten die beiden sicher agierenden Instrumentalisten den Bogen über die beschwingte „Brasilian Fantasy" von Ney Rosauro bis zu „Nagoya Marimbas" von Steve Reich.

Dass der Klang zweier Marimbaphone auch symphonische Dichte annehmen kann, bewies vor allem der zweite Konzertteil mit Maurice Ravels „Alborada del Gracioso" und Keiko Abes wuchtigen „Reflections on Traditional Children's Songs".

Die beiden abschließenden Tangos von Astor Piazzolla konnten diesem in vielfacher Hinsicht besonderen Abend einen leidenschaftlichen Schlussakkord hinzufügen. (ron)

 


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Stand: 16. Mai 2010.