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21. Januar 2018

 


14. Mai 2006  (Sonntag, 20:00 Uhr)

Faust-Quartett

 

Im letzten Konzert der Saison wird das Faust-Quartett Werke von Haydn und Webern, und im Zusammenhang mit Robert Schumanns 150. Todesjahr, dessen Streichquartett A-Dur spielen:

 

Das Faust-Quartett mit Uta Klöber und Cordula Frick, Violinen, Jennifer Anschel, Viola, und Birgit Böhme, Violoncello ist Preisträger des internationalen ARD-Wettbewerbs des Jahres 2004. Durch die Presse für „seine hohe Spielkultur in allen dynamischen Bereichen, sein Bewußtsein für musikalische Prozesse und einen ausgeprägten Klagsinn“ gefeiert und vom Alban Berg Quartett unlängst als „musikalisch wie technisch ausgezeichnetes Ensemble - ein Versprechen für die Zukunft" bezeichnet, hat sich das junge Ensemble binnen kurzer Zeit zu einem der führenden Streichquartette seiner Generation entwickelt.

Auch in Einzelbewertungen waren die vier Künstlerinnen bei zahlreichen nationalen und internationalen Musikwettbewerben erfolgreich. Als Solistinnen sind sie mit bekannten Orchestern aufgetreten.

 

Zum Programm:

 

Joseph Haydn

Op. 76/4 »Sonnenaufgang«

Josef Haydns Streichquartett Op. 76/4 erhielt den Beinamen »Sonnenaufgang« wegen der groß angelegten Steigerung am Anfang des Kopfsatzes: eine weit geschwungene Geigenmelodie erhebt sich in mehreren Anläufen aus Klangflächen der unteren Streichinstrumente bis hinauf zum großen B-Dur-Fortissimo – ein klangliches Licht­crecendo ähnlich dem Beginn von Haydns »Schöpfung«. In diesem unkonventionellen Anfang wird kein Thema im herkömmlichen Sinne vorgestellt, sondern ein eher ruhiges klanglich-dynamisches Geschehen, das im Laufe des Satzes in Kontrast zu lebhaft bewegten Tutti-Abschnitten gesetzt wird. Aus der daraus entstehenden Spannung zwischen ruhigem und bewegtem Klang bezieht der Satz seine unverwechselbare Charakteristik.

Das Adagio ist formal kaum noch ein langsamer Satz im Sinne der Tradition, sondern eher eine meditative Phan­tasie über das anfangs in tastenden Anläufen entwickelte, dann mit harmonischen Komplikationen durchgeführte Thema.

Das Menuett mit seiner volksmusikalisch klingenden Trio-Melodie lenkt in vertrautere Bereiche zurück mit Anklängen an die Atmosphäre des 1. Satzes.

Das Finale beginnt - Allegro ma non troppo - als ein bedächtiges, fast behagliches Rondo. Die Wiederholung des Ritornells nach der b-moll-Episode bricht aber in einer abrupten Kadenz ab. Die anschließende Stretta - piu allegro, dann piu presto - setzt noch einmal mit den Durchführungsmotiven an und löst in ihrem immer wilder werdenden Wirbel schließlich alle thematischen Konturen auf.

 

Anton Webern

»Langsamer Satz«

Anton (von) Webern ist neben Arnold Schönberg und Alban Berg der bedeutendste Vertreter der Zweiten Wiener Klassik. Wie bei Schönberg entwickelte sich sein Kompositionsstil nach spät-romantischen Anfängen von der freien zur reihengebundenen Atonalität (Zwölftontechnik). Das hier gespielte, 1905 komponierte Werk »Langsamer Satz« entstand in der spätromantischen Frühphase Weberns.

 

Robert Schumann

Quartett op. 41/3 in A-Dur

Robert Schumann hat sein 1842 komponiertes mitreißendes Streichquartett op. 41/3 seinem Freund Felix Mendelssohn Bartholdy gewidmet. Dem Allegro-Teil des ersten Satzes ist eine langsame Einleitung von sieben Takten vorangestellt. Darin deutet der charakteristische Quintfall auf das Kopfmotiv des bevorstehenden Hauptthemas des Allegro-Satzes hin. Nach einer kurzen polyphonen Überleitung stimmt das Cello das gesanglichere 2. Thema an. In der kurzen Durchführung und der Coda wird vor allem das abfallende QuintintervaIl des 1. Themas verarbeitet – seine Verkleinerung und Dehnung beherrscht auch die Coda.

Obwohl nicht ausdrücklich so bezeichnet, folgt dem ersten Satz ein Scherzo, das zur Basis für die vier nachfolgenden Variationen wird.

Lyrisch ausdrucksvoll ist der rondoartige langsame Satz mit seinem sich bogenförmig auf- und niederschwingenden Thema und dem traurig klingenden, nach Moll gewendeten Ruf der Violine in den Zwischenteilen.

In Rondoform angelegt ist auch das fröhliche Finale (in A-Dur) mit seinem punktierten Anfangsmotiv, das den ersten Teil beherrscht. Nach drei Einschüben unterschiedlichen Charakters schließt eine umfangreiche Coda das Werk ab.

 

Pressestimmen:

 

Jülicher Zeitung: Große Spielkultur und profundes technisches Können begeisterten das Publikum in der gut besetzten Schlosskapelle. Vier junge Künstlerinnen hatten sich im „Faust Quartett" zusammengefunden und präsentierten zum Abschluss der Reihe der Schlosskonzerte ein gehaltvolles und musikalisch unterhaltsames Programm.

Die eigentlich recht bekannten Werke erhielten - obwohl ihrem Charakter und ihrer musikalischen Aussage gemäß gespielt - einen neuen, frischen Kick. Das lag sicherlich an der Art der Akteurinnen, die ihre Musik nicht einfach zelebrierten, sondern beim Musizieren selbst erlebten und das Publikum daran teilhaben ließen.

Schon beim ersten Werk, dem Streichquartett opus 76/4, B-Dur von Joseph Haydn bestachen Uta Klöber (Violine), Jennifer Anschel (Viola), Cordula Frick (Violine) und Birgit Böhme (Cello) durch perfekte Technik und hohe Klangkultur. Das „Sonnenaufgangsquartett" barg gerade zu Beginn romantische Melodien, klangliche Dynamik, bewegte Tutti-Abschnitte und erzeugte so immer wieder neue Spannungen. In dem folgenden „Langsamer Satz" von Anton Webern zeigte sich das perfekte Zusammenspiel der Musikerinnen.

Sehr stimmungsvoll und klangschön musizierten sie im zweiten Programmteil. Das Streichquartett opus 41/3, A-Dur von Robert Schumann bewies dies sehr ausdrucksvoll und mitreißend.

Großer Applaus am Ende belegte, wie das Faust Quartett mit seinem Spiel überzeugt hatte. (hivi)

 

 

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Stand: 16. Mai 2010.