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21. Januar 2018

 


27. Januar 2008

Das Reicha´sche Quintett

 

 

Michael Schmidt-Casdorff, Flöte

Hans-Peter Westermann, Oboe

Guy van Waas, Klarinette

Ulrich Hübner, Horn

Christian Beuse, Fagott

mit klassischen Bläserquintetten auf historischen Instrumenten.

Das Quintett wurde 1992 gegründet und musiziert in der aktuellen Besetzung seit Oktober 2000. Ziel des Ensembles ist es, die im 19. Jahrhundert entstandene Literatur auf dem Instrumentarium ihrer Zeit erklingen zu lassen.

Die Mitglieder des „Reicha'schen Quintetts" lehren an führenden Musikhochschulen.

Die Diskographie des Ensembles (exklusiv bei NCA) umfasst neben der Gesamteinspielung der Bläserquintette von Franz Danzi, die enthusiastisches Lob bei der Fachpresse fand, zwei CDs mit Kompositionen von Francois Rene Gebauer und Anton Reicha. Die neueste CD des Ensembles bietet die Gesamtaufnahme der Quintette von Martin Joseph Mengal als Welt-Ersteinspielung.

 

Zum Programm

Mit Ausnahme von Mozarts Quintett KV 452 für Bläser und Klavier und Beethovens - diesem Vorbild folgenden - Op. 16 gab es vor Beginn des 18. Jahrhunderts keine echte Bläser-Kammermusik. Zu deren Entwicklung mussten zwei Komponisten mit besonderer Neigung zum Bläserklang kommen: Der 1770 in Prag geborene Anton Reicha, der nach Stationen im deutschen Raum, u.a. in Bonn (wo er als Flötist mit dem gleichaltrigen Bratschisten Beethoven Freundschaft schloss), am Pariser Conservatoire Professor für Komposition wurde, sowie der in Mannheim geborene Franz Danzi, der von 1807 bis 1812 in Stuttgart „Instructor der Blasinstrumenten-Ausbildung" war. Beide Komponisten haben wesentlich zur Ausweitung der Rolle der Blasinstrumente in der Musik beigetragen. Zu den Schülern Reichas zählen Berlioz, Liszt, Gounod, Vieuxtemps, Onslow und Franck. Der Einfluss Danzis ist in den Opern seines Freundes C. M. von Weber unverkennbar.

 

Anton Reicha (1770 - 1836)

Quintett Es-Dur op. 88/2

Der Name des in diesem Konzert auftretenden Ensembles bezieht sich auf das historische „Reicha'sche Quintett" in seiner klassischen Besetzung, für das Reicha ab 1813 insgesamt 28 effektvolle Quintette komponiert hat. Sein Quintett op. 88/2 zeigt Reichas Verbundenheit mit der Wiener Klassik. Wegen einigen darin enthaltenen musikalischen Zitaten kann man dieses Werk als „Hommage" an Mozart betrachten. Es wird mit einem „Zauberflötenakkord" eröffnet, aus dem das Fagott jedoch rasch ein originelles Thema entwickelt. Zwei virtuose Episoden führen zum Thema zurück. Im zweiten Satz wird das Thema des Hauptsatzes in schnellem Menuett-Tempo variiert. Im dritten Satz erinnert die Oboe an die Arie der Susanna im 3. Akt von Mozarts Figaro. Nach einer vom Fagott eingeleiteten Fuge führt das Hörn zum Thema der Susanna zurück. Im Finale folgt ein lustiger Kehraus.

 

Adagio pour le Cor Anglais (d-moll)

In Reichas Adagio in d-moll wird ein Englischhorn von einem Bläserquartett begleitet. Das im 6/8-Takt dahinströmende Motivmaterial der ersten 8 Takte wird durch kunstvolle Einschübe bei gefühlvoller Klangentfaltung bis hin zu einer barocken Engführung fortentwickelt.

 

Franz Danzi (1763 - 1826)

Quintett g-moll op. 56/2

Die Reicha´schen Quintette haben Danzi zur Komposition eines Zyklus von 9 Quintetten angeregt (seit 1820), darunter op. 56/2, die er Reicha widmete. In ihnen wird der Dialog der Stimmen stärker betont als in den Reicha´schen Vorbildern. Charakteristisch ist der Wechsel der Oberstimme zwischen Flöte, Oboe und Klarinette. Die einfallsreiche Melodik und Harmonik und die raffinierte Instrumentierung machen diese Werke zu frühromantischen Klangbildern.

 

Martin-Joseph Mengal (1784 - 1851)

Quintetto Tiré des Oeuvres de Haydn (B-Dur)

Martin-Joseph Mengal, 1784 in Gent geboren, war zu seiner Zeit ein angesehener und einflussreicher Hornist, Dirigent und Komponist. In Paris hatte er u.a. bei Reicha studiert, der ihn stark beeinflusst hat. Jedem seiner Bläserquintette liegen Kammermusiksätze eines bedeutenden Komponisten zugrunde, an deren Verwandelbarkeit in Bläsermusik man zunächst Zweifel hat. Dabei handelt es sich hier nicht um Arrangements im herkömmlichen Sinn, sondern um kreative Nachschöpfungen von eigenem originellen Wert. Das Material der Vorlagen wirkt in den wunderbaren Farben der 5 Blasinstrumente überraschend frisch und durchsichtig.

In dem hier vorgestellten Quintett in B-Dur hat Mengal seine Musik aus folgenden Sätzen Haydns „heraus gezogen" („tire des Oeuvres de Haydn"):

1.      Satz: Klaviertrio B-Dur, Hob. XV 20, l. Satz, Allegro

2.      Satz: Klaviertrio A-Dur, Hob. XV 18, 2. Satz, Andante

3.      Satz: Klaviersonate Nr. 48 C-Dur, Hob. XVI 35, Finale, Allegro

4.      Satz: Klaviertrio A-Dur, Hob. XV 18, 3. Satz, Allegro

 


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Stand: 16. Mai 2010.