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21. Januar 2018

 


24. Februar 2008

Das Heine Quartett

 

 

Kjell Arne Jorgensen Violine -  Matthias Buchholz Viola - Ida Bieler Violine - Christoph Richter Violoncello

(von links nach rechts)

 

Das Heine Quartett

 

wurde 2003 von früheren Mitgliedern der berühmten Ensembles Melos-, Cherubini-, Ravel- und des amerikanischen Ridge-Quartett gegründet. Seither konzertiert das Ensemble regelmäßig in den großen internationalen Konzertzentren sowie bei bedeutenden Musik-Festivals. Seine erste CD mit Werken von Janáček und Brahms ist dem Publikum von der Fachpresse als großartig gestaltete Kammermusik empfohlen worden.

 

 

Es interpretiert Streichquartette aus der frühen, mittleren

und späten Schaffensperiode Beethoven:

 

Die Streichquartette

F-Dur op. 18/1

Beethoven hat 16 Streichquartette komponiert, die sich eindeutig drei Schaffensperioden zuordnen lassen: den frühen, op. 18, 1-6, den mittleren, op. 59, 1-3, op. 74 und 95, und den späten, op. 127, 130-132 und 135. Durch Beethoven wird das Streichquartett zur anspruchvollsten und vielschichtigsten Gattung der Instrumentalmusik überhaupt. Die kompositorischen Merkmale sind: vier gleichberechtigte Stimmen und (mindestens) vier Sätze mit klar getrennten Formtypen (Sonatensatz, langsamer Satz, stilisierter Tanzsatz, Sonatensatz oder Rondo als Finale).

Beethoven arbeitete an seinem Fürst Lobkowitz gewidmeten Quartett-Zyklus op. 18,1-6 fast drei Jahre lang, von 1798-1800. Schon im ersten Satz, Allegro con brio, des ersten Quartetts op. 18/1 werden exemplarisch die Möglichkeiten der Verarbeitung kurzer Motive, hier aus zwei Takten bestehend, ausgeschöpft.

Das Adagio vermittelt Schmerz und Leidenschaft. Beethoven soll sich dabei die Grabszene aus Shakespeares „Romeo und Julia" vorgestellt haben. Das lebhafte Scherzo ist ein Verwirrspiel mit den gewohnten vier-taktischen Perioden eines Tanzsatzes, von denen nur noch das Trio beherrscht wird. Im spielerischen Finale wird ein wirbelndes Rondo-Thema motivisch, harmonisch und kontrapunktisch verarbeitet.

 

f-moll op. 95

Das 1810 komponierte Werk, op. 95 in f-moll, mit dem bezeichnenden Untertitel „Quartette serioso" ist das letzte und finsterste der mittleren Quartette. Die Stimmung dieser Komposition schwankt zwischen Aufbegehren und Nachgeben, Melancholie und Verzweiflung. In seiner konstruktiven Dichte, die auf vermittelnde Überleitungen verzichtet, ist op. 95 ein direkter Vorläufer der späten Quartette. Im Hauptsatz setzt sich das unisono einsetzende stürmische Kopfmotiv, das Motto des Werkes, mit einem ruhigeren Seitenthema auseinander. Der zweite Satz, beginnt mit einer absteigenden Bewegung des Cellos und einer aufsteigenden Violinkantilene, wird dann durch kontrapunktische Auseinandersetzung und Tonartenkontraste gesteigert - bis er in Finsternis versinkt. Hieraus bricht das Scherzo hervor, in das ein choralartig schwebendes Trio eingeschoben ist. An eine langsame, durch Seufzermotive geprägte Einleitung schließt sich unmittelbar das Hauptthema des von gehetzter Unruhe geprägten Schlusssatzes an. Die Beruhigung in der Coda wirkt wie ein verzweifelter Willensakt.

Erst zwölf Jahre später, 1822, wandte sich Beethoven wieder dem Streichquartett zu und schuf bis 1826 fünf komplexe kammermusikalische Meisterwerke, die die wesentlichen Kompositionsprinzipien des Barock und der Klassik zusammenfassen und gleichzeitig weit in die musikalische Zukunft des 19. und 20. Jahrhunderts weisen.

 

a-moll op. 132

Das 1825 komponierte fünfsätzige op. 132 ist (entgegen der Nummerierung) das erste der drei motivverwandten Quartette 130-132. In einer kanonisch einsetzenden verhaltenen Einleitung wird die aus zwei Halbtonschritten bestehende motivische Keimzelle der drei Quartette als Motto vorgestellt. Das einer kurzen Violinkadenz folgende wehmütig flehende Hauptthema wird einem optimistischeren Seitenthema gegenübergestellt. Der zweite Satz, ist ein Scherzo dessen Thematik um die motivische Keimzelle kreist. Der dritte Satz mit dem Titel „Heiliger Dankgesang eines Genesenden (Beethovens) an die Gottheit, in der lydischen Tonart" wechselt zweimal von einem ruhigen choralartigen zu einem lebhafteren Teil, mit dem Hinweis „neue Kraft fühlend". Der Satz schließt mit einem Kanon der Choralmelodie, vorzutragen „mit innigster Empfindung". Der kurze schnelle vierte Satz wird durch ein stürmisches Instrumentalrezitativ abgebrochen, das zum leidenschaftlich vorandrängenden, am Schluss emphatisch gesteigerten Finale überleitet.

 


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Stand: 16. Mai 2010.