Jülicher Schlosskonzerte©

seit 1979

[Home] [Nach oben] [Konzerte] [Tickets] [Partner] [Sponsoren] [Archiv] [Kontakt] [Impressum]

 

Hier finden Sie alle Infos zu unserem nächsten Konzert-Termin am

21. Januar 2018

 


15. November 2009

„Arirang-Quintett”

 

 

von links nach rechts:

Monika Schneider, Fagott - (Friedrich Haberstock, Flöte) - Jörg Schneider, Oboe

Sebastian Schindler, Horn - Steffen Dillner, Klarinette


 

Programm:

 

Johan Kvandal                            Quintet for winds op. 34 (1971)

(1919-1999)                                         Preludium

                                                   Presto

                                                   Adagio ma non troppo

                                                   Allegro assai

José María Sánchez-Verdú      "Hekan l" für Bläserquintett (2008)

(* 1968)

 

                                                                *****

 

Wolfgang Amadeus Mozart        Serenade c-moll KV 406

(1756-1791)                                                Allegro

                                                    Andante

                                                    Menuetto in canone

                                                        -  Trio in canone al rovescio

                                                        -  Menuetto

                                                                 Allegro


Joseph Miroslaw Weber                Quintett F-Dur (1900)

(1854-1906)                                                    Allegretto non allegro

                                                         Scherzo

                                                         Thema con variazioni

                                                         Allegro giocoso

 


 

Johan Kvandal ist der bedeutendste norwegische Komponist des 20. Jahrhunderts. Seine Werke finden gegenwärtig weltweit zunehmendes Interesse. Trotz des Einflusses zeitgenössischer Kompositionstechniken hat er einen eigenen nordischen Stil voller interessanter Klangeffekte gefunden. Unter seinen 85 Werken gibt es Instrumentalwerke für vielfältige Besetzungen von Soloinstrumenten bis großem Orchester sowie zahlreiche Vokalwerke. Sein Hauptwerk ist die Oper „Mysteries“ nach einer gleichnamigen Novelle von Knut Hamsun. Das 1971 komponierte Quintett op. 34 des heutigen Programms hat das Arirang-Quintett für sich bei einer Konzertreise nach Oslo entdeckt. Die Noten dazu hat ihnen die Witwe Kvandals persönlich überreicht. Das Werk kann nicht als „modern“ im üblichen Sinn bezeichnet werden. Sein Stil erinnert an Schostakowitsch.

Die hier aufgeführte Komposition des zeitgenössischen spanischen  Komponisten José M. Sánchez-Verdú ist ein dem Arirang-Quintett gewidmetes und von diesem uraufgeführtes Auftragswerk des Bonner Beethovenfestes 2008. Schon vorher hat sich Sánchez-Verdú einen Namen mit Auftragsarbeiten gemacht, u.a. für das Teatro Real Madrid, la Biennale di Venezia, die Münchener Biennale, die Berliner Staatsoper unter den Linden, das Konzerthaus Berlin, das Schleswig-Holstein Musik Festival und die EXPO 2000. Der Komponist ist mit zahlreichen internationalen Kompositionspreisen geehrt worden. Er lehrt u.a. an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf Komposition. Zum Titel des Werkes: „Hekan“ ist eine Form der Meditation. Die musikalische Form besteht in einem Wechselspiel zwischen Wiederholung und Erinnerung. „Hekan I“ ist erster Teil eines Zyklus; für jeden Teil ist eine andere Instrumentalbesetzung vorgesehen.

Das hier gespielte Bläserquintett geht auf die von Mozart im Juli 1782 komponierte Serenade für Bläseroktett in c-moll KV 388 zurück. Mozart selbst hat diese anspruchsvolle und der Kammermusik eigentlich näher stehende Komposition später für Streichquintett bearbeitet, KV 406, und damit einem größeren Publikum zugänglich gemacht. Mit seiner hier vorgestellten Bearbeitung für Bläserqunintett hat Mordechai Rechtman diesem  Werk den besonderen Reiz des Bläserklangs zurückgegeben. Die Komposition ist formal und inhaltlich untypisch für eine Serenade, also für eine abwechslungsreiche, unterhaltsame Abendmusik ohne große Ansprüche: sie ist nicht, wie üblich, viel- sondern nur viersätzig wie Sonaten und Symphonien und, obwohl überwiegend heiter, gibt ihr die Tonart c-moll einen dramatischen Wesenszug, der sich gleich im markanten Thema des Kopfsatzes offenbart.

Joseph M. Weber wurde 1854 in Prag geboren, war aber beruflich als Geiger, Organist, Pianist und Dirigent hauptsächlich in Deutschland beschäftigt: als Solo-Violinist in Sondershausen, als Kapellmeister in Wiesbaden, als Konzertmeister am Münchener Hof-Orchester, als Kammermusiker und als spätromantischer Komponist. Er hat eine ausführliche Korrespondenz mit Arnold Schönberg geführt. Neben dem hier gespielten Bläserquintett werden seine programmatischen Kompositionen, das Streichquintett in D-Dur 1898 mit seinen sarkastisch-spöttischen Untertiteln, und sein Septett “Aus meinem Leben” in E-Dur für Bläser und Streicher am häufigsten aufgeführt. Melodien und Rhythmen seiner böhmischen Heimat sind in seinen Werken, ähnlich wie bei Dvorak und Smetana, unverkennbar. Die hier vorgetragene Komposition erinnert aber auch an Werke von Richard Strauß.


Zu den Interpreten

 Das Arirang Bläserquintett wurde 2002 während einer Konzertreise der Jungen Deutsche Philharmonie nach Korea gegründet. Benannt wurde es nach dem koreanischen Volkslied Arirang, das die Freude der jungen Musiker am gemeinsamen Musizieren am treffendsten zum Ausdruck zu bringen schien.

2007 erhielt das Ensemble beim Deutschen Musikwettbewerb in Berlin ein Stipendium des Deutschen Musikrats, mit dem es in die 52. Bundesauswahl "Konzerte Junger Künstler" aufgenommen wurde. Inzwischen hat das Ensemble zahlreiche weitere Preise gewonnen. Alle Mitglieder haben derzeit Solistenstellen in großen deutschen Orchestern. Inzwischen wird das Arirang Bläserquintett zu einem der besten deutschen Bläser-Ensembles gezählt.

Friedrich Haberstock (Flöte) kann an diesem Konzert wegen einer Erkrankung leider nicht mitwirken. Er wird durch die Flötistin Laura Weiß vollwertig ersetzt, die zurzeit Soloflötistin an der Staatskapelle Weimar ist.

                

Zum Programmheft


Home | Nach oben | Rezension

 webmaster: dr.weitz@online.de
Stand: 16. Mai 2010.