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21. Januar 2018

 


 

27. März 2011

Liederabend

im Rahmen der Konzertreihe

 

Kammerkonzerte NRW

 

 

Christoph Prégardien, Tenor 

Michael Gees, Klavier

 

Der weltberühmte lyrische Tenor Christoph Prégardien gestaltet mit seinem Klavierpartner Michael Gees einen Liederabend mit Werken romantischer Komponisten. Das Konzert findet im Rahmen der Reihe „WDR 3 Kammerkonzerte in NRW" statt.

In seinem ersten Teil werden unter dem Titel „Wasserfahrt" Lieder von Pfitzner, Schubert, Schumann, Mahler, Loewe und Liszt präsentiert, im zweiten Teil Schumanns Kerner-Zyklus op. 35. Das Konzert wird vom WDR mitgeschnitten und zu einem späteren Zeitpunkt gesendet werden.

Der herausragende lyrische Tenor unserer Zeit Christoph Prégardien begann seine sängerische Laufbahn als Limburger Domsingknabe. Er hat an bedeutenden europäischen Opernhäusern große Rollen gesungen. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt jedoch bei Lied und Oratorium. Bei der Gestaltung von Liederabenden verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit mit seinem Klavierpartner Michael Gees.

Christoph Prégardien ist bei großen Orchestern, wie den Berliner und Wiener Philharmonikern, und dem Concertgebouworkest Amsterdam, und unter so bedeutenden Dirigenten wie Barenboim, Harnoncourt, Nagano und Sawallisch aufgetreten. Aber auch über Europa hinaus erhält er weltweit Einladungen zu Konzerten vor großem Publikum. Damit hat er sich zu einem der herausragenden lyrischen Tenöre unserer Zeit entwickelt. Seit 2004 ist er Professor an der Musikhochschule Köln. Christoph Prégardien hat zahlreiche renommierte Preise gewonnen, z.B. den der Deutschen Schallplattenkritik für Schumanns hier präsentierten Kerner-Zyklus. Seine Diskographie umfasst mehr als 130 Produktionen.

Michael Gees begann seine musikalische Karriere als frühreifes, erfolgsverwöhntes Wunderkind. Mit 15 Jahren trieb ihn der Druck der vorauszusehenden Wettbewerbskarriere zu außermusikalischen Tätigkeiten, z.B. zu zweijähriger Seefahrt. Mit 21 kehrte er zur Musik zurück, studierte Komposition und entwickelte seine pianistischen Fähigkeiten weiter. Als Liedbegleiter wurde er mit Christoph Prégardien auch international bekannt.

 

 


 

Das Programm

 

»Wasserfahrt«

 

Hans Pfitzner  (1869 - 1949)

Wasserfahrt, Op. 6,6

Hast du von den Fischerkindern, Op. 7,1

 *****

Franz Schubert  (1797 - 1828)

Der Zwerg, D 771

 *****

Robert Schumann  (1810 - 1856)

Abends am Strand, Op. 45,3

*****

Gustav Mahler  (1860 - 1911)

Rheinlegendchen

*****

Franz Schubert  (1797 - 1828)

Fischerweise, D 881

*****

Carl Loewe  (1796 - 1869)

Der Nöck, Op. 129,2

*****

Franz Schubert  (1797 - 1828)

Lied eines Schiffers, D 360

*****

Franz Liszt  (1811 - 1886)

 

Die Loreley

 

nach der Pause:

 

Robert Schumann  (1810 - 1856)

» Zwölf Gedichte «

Eine Liederreihe nach Texten von Justinus Kerner, Op. 35

Lust der Sturmnacht

Stirb Lieb´ und Freud´

Wanderlied

Erstes Grün

Sehnsucht nach der Waldgegend

Auf das Trinkglas eines verstorbenen Freundes

Wanderung

Stille Lieb

Frage

Stille Tränen

Wer machte Dich so krank?

Alte Laute

 

Anmerkung:

Am Konzertabend selbst wurden die Programmteile vor und nach der Pause,

auf Wunsch der Künstler vertauscht...

 

 


 

Zum Programm

„Wasserfahrt“ ist das Motto des heutigen Liederabends. Hier wird das ganze Lebensgefühl der deutschen Romantik lebendig: Liebes- und Todessehnsucht, Fern- und Heimweh, das Verschmelzen von Traum und Wirklichkeit, Leben auf schwankendem Grund – wie bei einer „Wasserfahrt“. In den vorgestellten Liedern treten Komponisten der deutsch-österreichischen Romantik, vom Frühromantiker Schubert  bis zum Spät- und Postromantiker Mahler auf.

„Wasserfahrt“ ist auch der Titel des von Hans Pfitzner komponierten Eingangsliedes. Pfitzners kompositorisches Opus reicht von Kammermusik über Orchesterwerke bis zu Opern. Es vereint romantische und spätromantische Elemente mit stimmungsstarker Musikdramatik. Der Text des ersten hier präsentierten Liedes stammt von Heinrich Heine, der des zweiten von Wolfgang Müller von Königswinter.

Es folgt das Lied „Der Zwerg“ von Franz Schubert mit einem Text von Matthäus von Collin. Schubert ist der unbestrittene König des Kunstliedes. Neben seinen kammermusikalischen und symphonischen Werken sowie geistlicher Musik hat er über 600 Lieder komponiert.

Robert Schumanns Lied „Abends am Strand“, mit einem Text von Heinrich Heine, ist das nächste in dieser Reihe von Liedern. Nach seiner ersten Schaffensphase, in der er fast ausschließlich Klaviermusik komponierte, hat sich Schumann 1840, in einer glücklichen Phase seiner jungen Ehe mit Clara Wieck, dem Lied, danach, ab etwa 1841, der Kammer- und Orchestermusik zugewandt. Das Lied bildet also bei Schumann die Brücke zwischen der frühen und der späten Schaffensperiode.

Es folgt Gustav Mahlers Lied „Rheinlegendchen“. Der Text ist der von Achim von Arnim und Clemens Brentano stammenden Sammlung von Gedichten „Des Knaben Wunderhorn“ entnommen. Mahler war ein bedeutender, viel beschäftigter Dirigent und Operndirektor, der zumeist nur in seinen Sommerferien Ruhe zum Komponieren fand. Der Schwerpunkt seines kompositorischen Schaffens liegt in seinen Symphonien. Sein Werk reicht von der Spätromantik bis zur „Neue Musik" des 20. Jahrhunderts.

Franz Schuberts Lied „Fischerweise“ mit einem Text von seinem Freund Franz von Schlechta ist das nächste in dieser Reihe. Es folgt das Lied „Der Nöck“ von Carl Loewe mit einem Text von August Kopisch. Loewe ist der einzige der Komponisten in diesem Zyklus, der fast ausschließlich Lieder, zum großen Teil in der erweiterten Form von Balladen, geschrieben hat.

Die Reihe „Wasserfahrt“ dieses Konzertes wird mit Franz Liszts Lied „Die Loreley“ nach dem gleichnamigen Text von Heinrich Heine abgeschlossen. Ein Lied vom Klaviervirtuosen Liszt und Komponisten, der bis zu seiner späten Schaffensperiode hauptsächlich Klavierwerke schrieb, mag überraschend wirken. Offenbar konnte sich Liszt, wie wir Zuhörer, der Faszination von Heines berühmtem Gedicht nicht entziehen.

Wie sein Lied „Abends am Strand“ op. 45/3 und die meisten seiner Lieder hat Robert Schumann seinen „Kerner-Zyklus“ op. 35 im Jahr 1840 komponiert. Im Gegensatz zur schwankenden Seelenlage in den Liedern der „Wasserfahrt“ des ersten Teils dieses Konzerts wirkt die Stimmung im „Kerner-Zyklus“ gefestigter. Hier wird die Schönheit der Natur besungen, und das Bewusstsein, in ihr zwischen Himmel und Erde eingebettet zu sein. Nur gegen Ende wird die Stimmung durch Todesahnung und Abschied von den Jugendträumen eingetrübt.

 

 

[Zum Programmheft..]   [Zu den Liedtexten..]

                    

 


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Stand: 04. April 2011.