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21. Januar 2018

 


 

16. Oktober 2011

 

Leibniz-Trio

 

 

                Foto: Wolfgang Emde

 

Hwan-Won Pyun, Violine

Lana Wignjosaputro, Violoncello

Nicholas Rimmer Klavier

 

Das Leibniz-Trio mit Hwa-Won Pyun (Violine), Lena Wignjosaputro (Violoncello) und Nicholas Rimmer (Klavier) wurde im Jahr 2005 von drei Studenten der Hochschule für Musik und Theater Hannover gegründet. Seither konnte das Trio mit ehrlichen und verständigen Interpretationen sowohl sein Publikum als auch Kritiker und Juroren überzeugen. Ein gemeinsamer Ausdruckswille und großes Interesse für die musikalische Sprache verschiedener Stil-Epochen zeichnet dieses junge Ensemble aus.

Das Ensemble feierte nach dem ersten Preis beim Internationalen Johannes Brahms Wettbewerb weitere Erfolge unter anderem beim Internationalen Joseph Haydn Wettbewerb in Wien und dem 5. Internationalen Joseph Joachim Kammermusikwettbewerb in Weimar. 2010 wurde das Leibniz Trio mit dem Preis des Deutschen Musikwettbewerbs sowie dem ZONTA Musikpreis der Union deutscher ZONTA-Clubs ausgezeichnet und in die 55. Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler aufgenommen. 

Eine intensive Förderung erhielt das Klaviertrio durch die Deutsche Stiftung Musikleben und durch die Stiftung Yehudi Menuhin – Live Music Now, für deren Ziele die drei jungen Musiker sich besonders engagieren.

Musikalische Impulse erhält das Leibniz Trio durch seine regelmäßige Zusammenarbeit mit Ulf Schneider, Hatto Beyerle und Harald Schoneweg. Seit dem Jahre 2006 besonders auch durch die Teilnahme an der European Chamber Music Academy (ECMA). Meisterkurse beim Florestan Trio in London und an der renommierten Britten-Pears Academy gaben zusätzliche Anregungen.

Eine rege Konzerttätigkeit führte die drei Musiker durch Deutschland, die Niederlande, Italien und Großbritannien zu Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, den Weidener Max-Reger-Tagen und dem Kultursommer Nordhessen.

Bisherige Höhepunkte 2011 waren eine erfolgreiche Konzerttournee durch England und die Veröffentlichung der Preisträger-CD des Ensembles in der Edition Primavera des Deutschen Musikrates beim Labels Genuin.

 

Hwa-Won Pyun  wurde 1982 in Solingen geboren. Sie erhielt ihren ersten Violinunterricht an der Musikschule Solingen, bevor sie bereits im Alter von 15 Jahren Jungstudentin an der Hochschule für Musik Köln bei Gorjan Kosuta wurde. Sie setzte ihre Studien bei Charles-André Linale an der Hochschule für Musik Köln, Abteilung Aachen fort, bevor sie 2004 in die Klasse von Ulf Schneider an der Hochschule für Musik und Theater Hannover wechselte.

Hwa-Won Pyun war mehrfach erste Bundespreisträgerin beim Wettbewerb Jugend musiziert, sowohl in der Kammermusik – als auch in der Solowertung. 2005 gewann sie den ESTA Student of the Year Award und wurde acht Jahre lang als Stipendiatin der Deutschen Stiftung Musikleben gefördert. Solistische Auftritte hatte die Geigerin unter anderem mit den Bergischen Symphonikern und den Bochumer Symphonikern. Seit dem Jahr 2007 ist Hwa-Won Pyun Mitglied des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg.

Lena Wignjosaputro  wurde 1983 in Essen als Tochter einer deutschen Mutter und eines indonesischen Vaters geboren. Sie begann ihre musikalische Ausbildung bei Christoph Oehmen an der Musikschule Wesel, bevor sie 2000 als Jungstudentin an der Hochschule für Musik Köln in die Klasse von Claus Kanngiesser und Katharina Troe aufgenommen wurde. Später setzte Lena Wignjosa­putro ihr Studium bei Franz Helmerson fort und schloss die Diplomprüfung und das Konzertexamen mit Auszeichnung ab. Die Cellistin erhielt erste Preise beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert, dem Violoncello-Wettbewerb der Musikhochschule Köln 2005 und beim Musikwettbewerb der WestLB und Europamusicale Stiftung 2006. Lena Wignjosaputro trat solistisch mit Orchestern wie dem Kölner Kammerorchester, dem Münchener Bach Collegium, dem Orchestra di Padua i del Veneto und dem Sinfonieorchester der Musikhochschule Köln auf und realisierte eine Rundfunkproduktion für den BR. Sie wurde durch das Cusanuswerk gefördert und erhielt Stipendien der Deutschen Stiftung Musikleben, der Albert Eckstein-Stiftung und des PE-Förderkreises. Lena Wignjosaputro spielt auf einem wertvollen Violoncello von Giuseppe Rocca, Turin 1860, welches ihr von der WestLB als Leihgabe zur Verfügung gestellt wird.

Nicholas Rimmer  wurde 1981 in Wigan, England geboren, erhielt seine musikalische Ausbildung in Manchester, Cambridge und Hannover und lebt seit 2003 in Deutschland. Er gewann 2006 den Preis des Deutschen Musikwettbewerbs sowie den Pianistenpreis beim Internationalen Schubert-Wettbewerb LiedDuo 2009. Außer seiner Mitwirkung im Leibniz Trio ist Nicholas Rimmer ein vielgefragter Liedbegleiter und Kammermusiker. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Bratschisten Nils Mönkemeyer; deren von der Fachpresse hochgelobte CD-Einspielung „Ohne Worte“ (Sony 2009) wurde mit dem ECHO-Klassik Preis ausgezeichnet. Als Liedpianist debütierte er 2005 in der Wigmore Hall, London mit Ronan Collett, begleitete Sänger wie Philip Langridge und Christiane Iven sowie zahlreiche Nachwuchssänger wie Sylvia Schwartz, Ania Vegry und Simon Bode. Darüber hinaus spielt er in der einzigartigen Besetzung Posaune-Schlagzeug-Klavier seit 2008 mit großem Erfolg im Trio Belli-Fischer-Rimmer. Nicholas Rimmer ist zunehmend auch solistisch gefragt; er wurde von Orchestern wie der Manchester Camerata und dem Londoner Ensemble Aurora eingeladen und nahm 2010 zwei CDs mit Solo­repertoire auf. Seit 2009 unterrichtet er als Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik und Theater Hannover.

 

 


 

Das Programm

 

Ludwig van Beethoven (1770 - 1827)

Trio op. 70 Nr.1 D-Dur (« Geistertrio »)

Allegro vivace e con brio - Largo assai ed espressivo - Presto

 

*****

 

Frank Martin (1890 - 1974)

Trio sur des mélodies populaires irlandaises (1925)

Allegro moderato - Adagio - Gigue

 

- Pause -

 

Franz Schubert (1797 - 1828)

Trio  Es Dur, op. 100, D 929

Allegro - Andante con moto - Scherzo, Allegro moderato - Allegro moderato

 

*****

 

als Zugabe von

Claude Débussy

das Andante espressivo aus seinem

Trio in G

 


 

Zum Programm

 

Ludwig van Beethovens Klaviertrio in Es-Dur ist als „Geistertrio“ bekannt. Dieser Titel stammt nicht vom Komponisten.  Er ist insofern irreführend, als die beiden Ecksätze keineswegs unirdisch wirken, sondern kraftvoll und vital. Der Name bezieht sich auf den Mittelsatz, der in seiner Fahlheit, düsteren Klangfarbe und seiner kargen melodischen Entfaltung den Eindruck einer „geisterhaften Unwirklichkeit“ macht.  Die Atmosphäre wird von starken dynamischen Gegensätzen geprägt, von extremen Lagen in den Streichern und phantasiereichen Tremolo- und Trillereffekten im Klavierpart.

Die beiden Außensätze bilden in ihrer temperamentvollen Energie dazu einen starken Kontrast. Das Allegro vivace lebt von Gegensätzen: Ein stürmischer unisono Aufstieg in vierfacher Sequenz eines viertönigen Tonleiter-Motivs, gegen ein gesangliches Seitenthema, das überraschend von allen drei Instrumenten aufgegriffen wird. Das fließende, helle Finale ist von  Virtuosität und Ausdruckskraft geprägt.

 

Frank Martin war in seiner Kompositionsweise zunächst stark von Schönbergs Zwölftonmusik beeinflusst, bis er um 1930 zu einem eigenen Stil fand. Das kurze Trio über irische Volksweisen stammt aus dem Jahre 1925 und zeichnet sich durch konzentrierte rhythmische Variabilität aus.

 

Franz Schuberts Trio in Es-Dur gehört zu den größten Werken der Kammermusik. „Als zürnende Himmelserscheinung“, die zur Zeit der Uraufführung „über das damalige Musiktreiben hinwegging“ bezeichnete Robert Schumann dieses Klaviertrio in seiner Rezension von 1836. Es ist auch Robert Schumanns Verdienst, dass dieses Werk nach Schuberts Tod seine verdiente öffentliche Anerkennung bekam. Schumann wies in seinen Schriften immer wieder darauf hin, welche Bedeutung das Es-Dur Trio auf die nachfolgende Komponistengeneration um Wilhelm Taubert, Ignaz Moscheles und Felix Mendelssohn hatte.

 

Der erste Satz beginnt mit einem energiegeladenen Thema, das unisono von den drei Instrumenten vorgetragen wird. Für Schumann verbindet sich in diesem eröffnenden Allegro in dem Wechselspiel der beiden Streichinstrumente über den Kaskaden des Klaviers „tiefer Zorn“ mit „überschwänglicher Sehnsucht“. Der zweite Satz zeigt in exemplarischer Weise die besondere Rolle, die Schubert dem Cello zuweist. Während es in der Klassik oft nur als begleitendes Generalbass-Instrument eingesetzt wurde, ist es hier der Violine gleichgestellt und kann sich in der ganzen Bandbreite seiner Ausdrucksmöglichkeiten entfalten. Auf ein Scherzo mit kanonisch einsetzenden Instrumenten folgt das abschließende Allegro moderato in Rondoform: Ein ausgedehnter Satz in Schubertscher „himmlischer Länge“, der in seiner ursprünglichen Fassung sogar noch ausladender gewesen war, von Schubert selbst aber gekürzt wurde. Der Komponist verwendet unter anderem die Idee einer zyklischen Verknüpfung der Sätze: So wird im Finale zweimal das erste Thema des lyrischen zweiten Satzes verarbeitet.  (In der Urfassung, die heute nur noch selten aufgeführt wird, hatte Schubert noch mehr Zitate eingebracht.) In diesem Satz  erklingen alle 24 Tonarten mindestens einmal, was in der damaligen Zeit sicher einzigartig gewesen ist.

 

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Stand: 10. November 2015.