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21. Januar 2018

 


 

26. Februar 2012

 

Epoca Barocca

 

                                                                          Foto: Wolfgang Emde

 

von links nach rechts:

Verena Schoneweg, Violine

Christoph Anselm Noll, Cembalo

Heike Johanna Lindner, Viola da Gamba

Rebecca Mertens, Fagott

Alessandro Piqué, Oboe

 

Die Mitglieder des von Alessandro Piqué gegründeten Kammermusikensembles Epoca Barocca sind vereint in der gemeinsamen Leidenschaft für die Darstellung barocker Musik auf originalen Instrumenten. Der Schwerpunkt des Repertoires ist die Trio- und Quadrosonate mit konzertantem Bass, etwa in der Zeit von Caldara bis Zelenka.

Epoca Barocca konzertiert seit 1994 mit großem Erfolg bei Publikum und Kritik auf renommierten Festivals wie z. B. Amicidella Musica di Firenze, Bodensee Festspiele, Festival Mitte Europa, Musica e Poesia in San Maurizio (Mailand), Festival Alte Musik (Prag), Accademia Bartolomeo Cristofori (Florenz), Fränkischer Sommer, Feste di Apollo (Parma), Rheingau Musik Festival, Festival van Flandern, Musikfest Bremen und Associazione Musicale Romana.

In den Konzertprogrammen von Epoca Barocca sind regelmäßig auch weniger bekannte Werke der Barockzeit zu hören. Durch eigene Forschungen wurden viele wertvolle Raritäten entdeckt, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. Diese waren neben der Konzerttätigkeit des Ensembles auch Gegenstand mehrerer CD- und Rundfunkaufnahmen.

Eine Gesangsstimme bereichert oft die instrumentale Besetzung, somit werden Kantaten und andere vokale Werke in das Repertoire aufgenommen. Die Einbeziehung weiterer vorzüglicher Instrumentalisten ermöglicht Programme in den verschiedensten Formationen.

 


Programm

 

Johann Friedrich Fasch

(1688-1758)

Quadro F-Dur

für Violine, Oboe, Fagott und Basso continuo

Largo, Allegro, Largo, Allegro

 

*****

 

Johann Adolf Hasse

(1699-1783)

Sonate e-Moll

für Violine und Basso continuo

Adagio, Vivace, Andante, Allegro assai

 

*****

 

Johann David Heinichen

(1683-1729)

Quadro G-Dur

für Oboe, Fagott, Viola da gamba und Basso continuo

Andante, Vivace, Adagio, Allegro

 

*****

 

Giovanni Benedetto Platti

(1697-1763)

Triosonate D-Dur

für Violine, Oboe und Basso continuo

Largo, Allegro, Largo, Vivace


 

- Pause -


 

Johann Sebastian Bach

(1685-1750)

Sonate D-Dur BWV 1028

für Viola da gamba und Cembalo

Adagio, Allegro, Andante, Allegro

 

*****

 

Christoph Schaffrath

(1709-1763)

Triosonate g-Moll

für Violine, Oboe und Basso continuo

Allegro, Largo, Presto

 

*****

 

Georg Philipp Telemann

(1681-1767)

Quadro F-Dur

für Oboe, Fagott, Violine und Basso continuo

Adagio, Presto, Sarabande, Menuett-Trio

 

Als Zugabe ein Stück von Antonio Vivaldi..


 

Zum Programm

 

J. F. Faschs Kunst wurde schon früh von seinem Vater, dem lutherischen Schulrektor in Suhl, und von Herzog Johann Georg von Sachsen-Weißenfels entscheidend gefördert. 1701 wechselte Fasch vom herzoglichen Hof an die Leipziger Thomasschule. Dort war Christoph Graupner sein Präfekt im Chor, und der Thomaskantor Kuhnau sein Lehrer. Entscheidende Anregungen verdankte er G.F. Telemann.           
Im Quadro F-Dur wird das einleitende Largo vom Fagott mit einem kantablen Solo vorgestellt, dessen sanftes Seufzermotiv die beiden Gesprächspartner aufgreifen. Daraus entsteht ein lichter, nirgends übermäßig komplizierter, Dialog im singenden Stil. Auch das folgende Allegro wird von einem Fagottsolo mit fast burschikosen Sprüngen eröffnet, worauf Oboe und Geige antworten. Italienisches Temperament bestimmt das Passagenwerk des Satzes im virtuosen Schlagabtausch der drei Instrumente, wohingegen in den letzten beiden Sätzen der Dreiertakt dem Geschehen tänzerische Eleganz verleiht.

J. A. Hasse wurde 1699 in Bergedorf bei Hamburg geboren. Nachdem er als Sänger in Hamburg und Braunschweig Erfahrungen gesammelt hatte, zog er nach Neapel, um dort bei Nicola Porpora und Alessandro Scarlatti zu studieren. In Venedig wurde er zum “maestro di capella” ernannt. Von 1730 bis 1763 wirkte er am Hofe August des Starken in Dresden. Nach dessen Tod bekleidete er als hochangesehener Musiker unter Anderem die Stellung eines Hofkapellmeisters in Wien, lebte aber die letzten Jahre in Venedig, wo er auch 1783 starb.          
Die Sonata in e-moll für Violine und Basso Continuo, Teil der Serie “Solos
op. 5 für Flöte oder Violine" (London 1744), zeigt seine für die damalige Zeit modernen Charakteristika.

J. D. Heinichens Musik galt als avantgardistisch. Neben seiner umfassenden, produktiven kompositorischen Tätigkeit schrieb er einen Traktat über den Generalbass. Dieses Werk ist eine der wichtigsten musiktheoretischen Dokumente des 18. Jahrhunderts. Hochangesehen wurde er 1716 zum königlich-polnischen und kurfürstlich-sächsischen Kapellmeister am Hofe August des Starken ernannt.

G. B. Platti erhielt seine musikalische Ausbildung in Italien. Bekannt wurde er durch seine Kompositionen für das damals gerade in Mode gekommene Hammerklavier. Aber auch als Oboenvirtuose machte er sich einen Namen. 1722 trat er in den Dienst der Fürstbischöfe von Bamberg und Würzburg. Bis zu seinem Tod 1763 blieb Platti am Würzburger Hof tätig.

Die Gambensonaten von J.S. Bach sind wahrscheinlich in der Zeit um 1730 in Leipzig entstanden. Die Viola da Gamba der Barockzeit hatte in der Regel sechs Saiten mit der Stimmung D-G-c-e-a-d. Die Gambensonaten gehören wie auch die Violin- und die Flötensonaten in die Reihe der Sonaten für ein Melodieinstrument und obligates Cembalo. Manche der dramatisch-kraftvollen Themen der Sonate in g-moll erinnern an die brandenburgischen Konzerte. Die für Barocksonaten untypische Dreisätzigkeit gibt zur Vermutung Anlass, dass das Werk ursprünglich als Konzert gedacht war.

Ch. Schaffrath, 1709 in Hohenstein bei Dresden geboren und 1763 in Berlin verstorben, war Organist, Cembalist und Komponist zahlreicher wertvoller Instrumentalwerke. Im Dienst Friedrich des Großen schuf er die virtuoseste und progressivste Hofkapelle des deutschsprachigen Raums.             
Das g-moll-Trio für Violine, Oboe und Basso Continuo ist ein „konzertierendes“ Trio. Im Geigenthema des ersten Satzes ist der Geist Vivaldis noch lebendig. Im Polonaisenrhythmus des Mittelsatzes und in dem drängend- wilden Thema des Finales merkt man diesem Werk Schaffraths aber auch die Dresdner Schule an.

G. F. Telemann ist einer der bedeutenden deutschen Komponisten der Barockzeit. Seine Werke bilden ein wichtiges Bindeglied zwischen der spätbarocken Musizierpraxis und dem galanten Stil der Frühklassik. Seine Quadros bestechen durch ihren Einfallsreichtum und ihre Klangschönheit.

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Stand: 23. März 2012.