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21. Januar 2018

 


 

26. Januar 2014

 

Trio Johanns-Rivinius

 

 

                                                                                           Foto: Wolfgang Emde

 

Thorsten Johanns, Klarinette

Benjamin Rivinius, Viola und Paul Rivinius, Klavier

 

Unter dem Etikett "Trio Johanns-Rivinius" haben sich drei junge Solisten zusammengefunden, um eher selten gespielte Werke aus Klassik, Romantik und Moderne für uns zu spielen. Paul Rivinius hat erst vor wenigen Monaten - zusammen mit dem Cellisten Julian Steckel - ein sehr erfolgreiches Schlosskonzert in Jülich gegeben. Nun wird er in neuer Besetzung mit seinem jüngeren Bruder Benjamin, Bratsche, und dem Klarinettisten Thorsten Johanns zusammen mit einem sehr reizvollen Programm in der Schlosskapelle auftreten.

"Benjamin Rivinius und ich wollten seit langem Kammermusik miteinander spielen, ein paar wenige Male konnten wir es realisieren, jedoch noch nicht mit Paul Rivinius. Durch viele private Treffen hat sich der Wunsch von uns dreien, gemeinsam zu musizieren, sehr gefestigt und wird seinen definitiven Anfang nun in Jülich nehmen." So beschreibt es Thorsten Johanns.

Die drei Musiker werden an einem einzigen Konzertabend praktisch alle bedeutenden Originalkompositionen für ihr neues Instrumentaltrio aus den verschiedensten Epochen der Musikgeschichte vorstellen:

Von Wolfgang Amadeus Mozart das Kegelstatt-Trio KV 498 (von 1986), von Robert Schumann die “Märchenerzählungen Op. 132 (von 1853), von Max Bruch ein Auszug aus “Acht Stücke für Klarinette, Bratsche und Klavier” Op. 83 (von 1908/9) und von Jean Françaix das Trio für Klarinette, Viola und Klavier (von 1990).

 

*****

 

Geboren und aufgewachsen in Krefeld, hatte Thorsten Johanns viele Jahre Klarinetten- und Saxophonunterricht bei seinem ungarischen Lehrer László Dömötör. In dieser Zeit konnte er sich zahlreiche erste Preise beim Bundeswettbewerb “Jugend musiziert” erspielen. Es folgte ein Klarinettenstudium bei Professor Ralph Manno an der Musikhochschule Köln, das er mit Diplom abschloss. Während des Studiums war Thorsten Johanns Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Bevor er als 25-jähriger seine jetzige Position als Solo-Klarinettist des WDR-Sinfonieorchesters Köln antrat, war Thorsten Johanns stellvertretender Soloklarinettist der Essener Philharmoniker.

Als Mitglied verschiedener Ensembles(Quintetto Amadeo, opera senza, Zephyr, Saxemble) tritt Thorsten Johanns bei zahlreichen Festivals im In-und Ausland (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Luzern, Musik-Triennale Köln, Tiroler Festspiele u.a.) auf und wirkte bei vielen erfolgreichen CD-Produktionen (ECHO-Klassik 2008 für die Einspielung von Mozart´s “Don Giovanni“ mit dem Ensemble `opera senza´) mit.

Zu seinen Kammermusikpartnern zählen auch die Streichquartette `Quartetto di Cremona´ und das `Amaryllis-Quartett´.

Der Dirigent Christoph von Dohnanyi verpflichtete ihn als Solo-Klarinettisten für viele Projekte mit dem NDR-Sinfonieorchester Hamburg. Wiederholte Engagements als Solo-Klarinettist bei den Berliner Philharmonikern zählten in der jüngsten Vergangenheit ebenso zu seinen Tätigkeiten. Auch bei den Münchner Philharmonikern, dem Deutschen Sinfonieorchester Berlin und dem Ensemble Modern Frankfurt ist und war er häufiger Gast. Als erster und bis heute einziger deutscher Klarinettist wurde Thorsten Johanns persönlich vom Chefdirigenten Alan Gilbert nach New York eingeladen, um dort als Solo-Klarinettist mit dem New York Philharmonic Orchestra zu spielen. Mehrfach wurde er als Solo-Klarinettist zum SWO (SuperWorldOrchestra) in Tokyo/Japan eingeladen. Als Solist konzertiert Thorsten Johanns auch regelmäßig und arbeitete so schon mit den Dirigenten Sir Neville Marriner, Semyon Bychkov, Eivind Aadland zusammen.

Thorsten Johanns ist Professor für Klarinette am Conservatorium in Maastricht (Niederlande). Internationale Meisterkurse gab er bislang in den USA (Boston, New England Conservatory) und in China (Peking und Shenyang).

 

Benjamin Rivinius, 1976 im Saarland geboren, ist ein vielseitiger Musiker und fest im Musikleben verankert. Von 1997 bis 2003 studierte er bei Prof. Hariolf Schlichtig in München, wo er sein Konzertdiplom mit Auszeichnung absolvierte und sein Studium nach der Meisterklasse abschloss. Zu dieser Zeit war Benjamin Rivinius Mitglied des „Gustav-Mahler-Jugendorchesters“ und Solobratscher des „European Union Youth Orchestra“. 2001 war er Preisträger beim Internationalen Musikwettbewerb in Markneukirchen. Im gleichen Jahr wurde er mit dem Stipendium des Deutschen Musikwettbewerbs ausgezeichnet und in die Bundesauswahl „Konzerte Junger Künstler“ aufgenommen.


Mit seinen Brüdern Paul, Gustav und Siegfried bildet er das „Rivinius Klavierquartett“, welches seit vielen Jahren erfolgreich konzertiert. Ferner ist er ständiger Gast bei internationalen Kammermusikfestivals, so z.B. beim Rheingau Musik Festival, in Moritzburg, Plön oder auch beim Megaron Festival Athen, wo er u. a. mit Leonidas Kavakos musizierte.
 

Seit 2002 unterrichtet Benjamin Rivinius zunächst an der Musikhochschule „Hanns-Eisler“ in Berlin und seit kurzem an der Hochschule für Musik Saar. Auch an der „Villa Musica“ war er einige Jahre Dozent, wo er mit jungen talentierten Nachwuchskünstlern zusammenarbeitete und mit dem „Ensemble Villa Musica“ kammermusikalisch aktiv war.
In den Jahren 2000/01 war Benjamin Rivinius Solobratscher der Camerata Salzburg unter Sir Roger Norrington, von 2001 bis 2005 Erster Solobratscher des Konzerthausorchesters Berlin (ehemals „Berliner Sinfonie-Orchester“) und im Februar 2005 wurde er 1. Solobratscher des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken. Nach der Fusion des Orchesters mit dem SWR-Rundfunkorchester Kaiserslautern zu Beginn der Saison 2007/08 wurde er in gleicher Funktion Mitglied der Deutschen Radio Philharmonie.


Benjamin Rivinius spielt eine Viola von Wolfgang Scharff und Bögen von Sebastian Dirr.

 

Paul Rivinius schloss 1996 an der Musikhochschule München bei Prof. Gerhard Oppitz sein Klavierexamen und 1998 dessen Meisterklasse mit Auszeichnung ab.

Er ist Preisträger verschiedener internationaler Wettbewerbe, u.a. des Münchener ARD-Wettbewerbs. 1988 erhielt er den Förderpreis der Saarländischen Sparkassen und 1989 den Kulturpreis der Deutschen Industrie. Bei zahlreichen Fernsehaufnahmen und Konzerten, u.a. in Japan und Amerika, musizierte er als Klavierpartner seines Bruders Gustav Rivinius (Violoncello) und spielte unter so namhaften Dirigenten wie Claudio Abbado.

Seit 1986 ist er Mitglied des Clemente Trios und seit 2004 Pianist des Mozart Piano Quartets. Das Trio gewann 1995 den internationalen Kammermusikwettbewerb von Caltanissetta und wurde weltweit zu vielen Konzerten eingeladen, u.a. nach Vietnam, nach Japan (Suntory Hall), Thailand, Australien und in die USA. Gemeinsam mit dem Cellisten Johannes Moser wurde er 2007 mit dem Echo Klassik Preis für die Einspielung mehrerer Cello Sonaten von Schostakowitsch, Weinberg und Boris Tschaikowsky ausgezeichnet.

Seit 2002 ist Paul Rivinius an der Universität der Künste Berlin als künstlerischer Mitarbeiter im Fachbereich Kammermusik tätig.

 


 

Das Programm:


W. A. Mozart

(1756 – 1791)

 

Trio Es-Dur KV 498, "Kegelstatt"-Trio

 

Andante - Menuetto - Allegretto

 

Einer Anekdote zufolge soll Mozart dieses Trio, das er speziell für den Klarinettisten Anton Stadler komponierte, beim Kegeln aufgeschrieben haben. Er hatte seine Kompositionen immer fertig im Kopf, bevor er sie - oft in geselliger Runde - zu Papier brachte. Das ver­spielte Motiv, mit dem der erste Satz beginnt, wird im Dialog der Instrumente mit großer In­tensität gesteigert. Der für Mozart so typische Umschlag heiterer Gelöstheit in Mollabgrün­de prägt auch das Menuett mit Trio.  Das Rondothema ist ganz für die Klarinette erfunden, wird jedoch von den anderen beiden Instrumemten aufgegriffen und zunehmend, auch so­listisch, variiert. Wie in den Finalsätzen seiner großen Klavierkonzerte verband Mozart in diesem Satz auf geniale Weise konzertierenden Satz, Kontrapunkt und Tanzrhythmen zu einer sublimen Synthese.

 

 

 

Max Bruch

(1838 – 1920)

 

aus: Acht Stücke für Klarinette, Bratsche und Klavier op. 83

 

Nr. 3: Andante con moto, cis-moll

Nr. 5: Rumänische Melodie, f-moll

Nr. 6: Nachtgesang. Andante con moto, g-moll

Nr. 7: Allegro vivace, ma non troppo, H-Dur

 

Max Bruch ist heute hauptsächlich wegen seines berühmten Violinkonzerts op. 26 be­kannt. Seine übrigen Werke sind gefällige Kompositionen, deren populären Ton er damals schon rechtfertigte: “Ich hatte eine Familie zu ernähren und für die Ausbildung der Kinder zu sorgen. Ich mußte mit meinen Kompositionen Geld verdienen. Ich war deshalb gezwun­gen, gefällige und leicht verständliche Werke zu schreiben… Ich schrieb immer gute Musik, aber solche, die leicht abzusetzen war.”

In diese Kategorie gehören auch die Acht Stücke op. 83, die 1909 in Bonn uraufgeführt wurden. Bruch komponierte sie für seinen Sohn Max Felix, einen hervorragenden Klarinet­tisten. Drei der Stücke wurden ursprünglich mit Harfenbegleitung aufgeführt.

 

 

--- Pause ---

 

 

Robert Schumann

(1810-1856)

 

Märchenerzählungen, Op 132

 

1. Lebhaft, nicht zu schnell

2. Lebhaft und sehr markiert

3. Ruhiges Tempo, mit zartem Ausdruck

4. Lebhaft, sehr markiert - etwas ruhigeres Tempo

 

Die Märchenerzählungen op. 132 waren Robert Schumanns vorletztes Kammermusik­werk, das er rauschhaft in nur drei Tagen vollendete.Trotz der ungewöhnlichen Besetzung wurde der kleine Zyklus vom Verlag Breitkopf und Härtel sofort angenommen und schon im Februar 1854 publiziert, kurz bevor Schumann in die Nervenheilanstalt Endenich bei Bonn eingewiesen wurde. Vom tragischen Ende jener letzten Düsseldorfer Monate geben die Märchenerzählungen noch keine Vorahnung. Sie sind ein heiterer Zyklus von vier Charakterstücken, teils träu­merisch zart, teils mutwillig verwegen und chevaleresk. Schumann knüpfte hier an seine Märchenbilder von 1851 an, fügte aber dem Duo aus Viola und Klavier noch eine Klarinet­te hinzu.

In poetischer Weise vertont Schumann seine Märchenerzählungen wie „ein Ensemble wunderbarer Dinge und Begebenheiten“ (Novalis).  Das erste Stück wirkt wie Feenmusik.  Polternd und ungeschlacht, wie eine Musik für Riesen, kommt das zweite Stück in g-Moll daher, wobei die Klarinette in fast schrille Höhen geführt wird. Lyrische Mitte des Zyklus' ist die wundervolle Nr. 3 mit ihren zart wogenden Dur-Akkorden, in denen alle drei Instrumente zu einem Klang zu verschmelzen scheinen. Heroisch kraftvoll beginnt das Finale – Musik für einen ungestümen Rittersmann, den im zarten Mittelteil seine Prinzessin erwartet.

 

 

 

 Jean Françaix

(1912 - 1997)

 

Trio für Klarinette, Viola und Klavier

(1990)

 

I Preludio

II Allegrissimo

III Scherzando

IV Largo

V Presto

 

Jean Françaix, in eine Musikerfamilie hineingeboren, gewann mit 18 Jahren den Preis des Pariser Conservatoire und studierte Komposition bei Nadia Boulanger.  Wie in den meisten seiner Werke wird deutlich, dass nicht das Experiment mit neuartigen, harten Kängen im Vordergrund steht, sondern das Bestreben, "musique pour faire plaisir" (Musik, die Freude macht) zu komponieren.

Françaix war ein Klaviervirtuose, allerdings widmete er sich hauptsächlich seiner kompositorischen Tätigkeit. Seine Werke sind originell, witzig, rhythmisch komplex mit relativ einfachen Harmonien.

 


 

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Stand: 29. Januar 2014.