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Hier finden Sie alle Infos zu unserem nächsten Konzert-Termin am

21. Januar 2018

 


 

10. April 2016

 

Stefan Temmingh & Margret Köll

 

Blockflöten und Harfe mit ihrem Programm

"Lieder ohne Worte"

 

das Konzert wurde vom WDR aufgezeichnet und am 5.7.2016 gesendet

im Rahmen der "Kammerkonzerte NRW"  

 

(Für ein Nachhören besuchen Sie einfach unsere Mediathek!)

 

 

                                                                                   Foto: Wolfgang Emde

Margret Köll, Harfe - Stefan Temmingh, Blockflöte

in der Schlosskapelle Jülich..

 

Lieder ohne Worte

Das Duo-Programm „Lieder ohne Worte“ des Blockflötisten Stefan Temmingh und der Harfenistin Margret Köll ist durch und durch vom Gesang inspiriert. Das Repertoire ist weit gespannt und reicht von Arien und Liedern des italienischen Früh- und Hochbarock bis in die Klassik hinein –  mit Liedern von Gluck, Mozart, Schubert und Mendelssohn sowie virtuosen Variationszyklen, die ursprünglich für Czakan (eine Art Blockflöte) von weniger bekannten Komponisten wie Carulli, Scheindienst oder Küffner komponiert wurden.

 


Die Interpreten

 

Stefan Temmingh gehört zur jungen Generation von Blockflötisten auf Weltniveau: „Noch nie hat man von einer Blockflöte Töne gehört, die so mühelos und so differenziert auf der gesamten Bandbreite von Klangfarbe und Dynamik gespielt wurden“, schrieb der Corriere della Sera in Mailand zu seiner Debüt-CD „Corelli à la mode“ bei OehmsClassics, die 2009 von der internationalen Musikpresse gefeiert wurde. Seine zweite CD „The Gentleman’s Flute“ wurde bereits für die International Classical Music Awards 2011 (ehemals MIDEM Awards) nominiert. 2014 erschien bei SONY/dhm seine neueste CD „Inspired by Song“ zusammen mit der Sopranistin Dorothee Mields und seinem Ensemble „The Gentleman’s Band“. Die Aufnahme wurde bei der Kritikerumfrage des FONOFORUM mehrfach als eine der Top-10 CDs des Jahres 2014 ausgezeichnet.

Immer wieder wird der südafrikanische Blockflötist mit dem legendären Frans Brüggen verglichen. Stefan Temmingh, geboren in Kapstadt, stammt aus einer südafrikanisch-holländischen Musikerfamilie und lebt heute in München. Er studierte in München bei Markus Zahnhausen und bei Prof. Michael Schneider in Frankfurt.

Als Spezialist für Alte Musik umfasst Stefan Temminghs Repertoire die komplette Originalliteratur der Barockzeit für Blockflöte. Er tritt international als Kammermusiker und mit seinem Barockensemble auf, z. B. beim Bachfest Leipzig, den Bachwochen Thüringen, den Händelfestspielen Halle, dem Mosel Musikfestival, sowie bei diversen Alte-Musik-Festivals und Konzertreihen in ganz Europa, Asien und Afrika. Als Solist gastiert er mit Orchestern wie der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern, den Bochumer Symphonikern, dem Stuttgarter Kammerorchester, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, der Hong Kong Sinfonietta, dem Cape Philharmonic Orchestra Kapstadt oder bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen. Darüber hinaus wirkte er bei diversen CD- und Rundfunkproduktionen mit.

Stefan Temminghs Engagement reicht von Alter bis hin zu Neuer Musik. Es ist ihm ein großes Anliegen, die Grenzen des Blockflötenrepertoires ständig zu erweitern und es gelingt ihm, die gängigen Klischees über sein Instrument souverän hinter sich zu lassen. Regelmäßig spielt er Konzerte und Uraufführungen zeitgenössischer Werke, die er auch selbst bei den Komponisten in Auftrag gibt. 2008 wurde er mit dem Stipendium der Stadt München für Neue Musik ausgezeichnet. Seit 2010 hat er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater München.

„Meine künstlerische Arbeit als Blockflötist ist enorm vielfältig – von mittelalterlicher Musik bis hin zu Uraufführungen, mit 40 verschiedenen Blockflöten und in zahlreichen Besetzungen. Doch wenn es einen roten Faden gibt, der immer wieder auftaucht, so ist es die Faszination für den Gesang. Virtuosität darf nie Selbstzweck sein, sondern muss dem Ausdruck dienen und soll die Herzen der Zuhörer berühren. Das schafft der Gesang und das wussten auch die Komponisten, deren Werke in diesem Programm allesamt eine Verbindung entweder zu einfachen Liedern oder zu kunstvollen  Arien herstellen.“   

www.stefantemmingh.com

Stefan Temmingh wurde mit dem Echo Klassik 2016 ausgezeichnet!

 

 

Nach Anfängen auf der Tiroler Volksharfe studierte Margret Köll Konzertharfe in Innsbruck, Baltimore und München, wo sie bei Prof. Helga Storck mit einem pädagogischen und künstlerischen Diplom abschloss. Ihre Ausbildung an der historischen Harfe erhielt sie bei Andrew-Lawrence King und Mara Galassi, bei der sie in Mailand diplomierte. Seit 2012 unterrichtet sie die Klasse für Barockharfe an der Hans-Eisler-Hochschule in Berlin.

Neben Engagements als erste Harfenistin verschiedener Orchester (z. B. Münchner Symphoniker) war sie auch Mitglied einer zeitgenössischen Folk-Band und nahm an deren weltweiten Tourneen teil. Ebenso arbeitete sie mit Künstlern wie Meredith Monk, Sainkho Namtchylak und Kronos Quartett zusammen.

Als Spezialistin für historische Harfe konnte sie sich sowohl als Solistin als auch als Continuospielerin profilieren und spielte mit Barockorchestern wie Il Giardino Armonico, der Accademia Bizantina, Europa Galante, dem Balthasar-Neumann-Ensemble, der Akademie für Alte Musik Berlin oder Concerto Köln. Ihre Engagements führten Sie zu den Salzburger Festspielen, nach Covent Garden, ans Theater an der Wien, an die Operá Garnier Paris, die Bayrische Staatsoper oder die Mailänder Scala. Ihre renommierten Kammermusikpartner sind unter anderem der Lautenist Luca Pianca, die Violinisten Enrico Onofri, Dmitry Sinkovsky und Riccardo Minasi, der Blockflötist Stefan Temmingh, der Gambist Vittorio Ghielmi oder die Sopranistin Roberta Invernizzi.

Immer wieder wirkte Margret Köll an CD-Aufnahmen und Tourneen, z. B. von Cecilia Bartoli oder Magdalena Kozena mit. 2014 erschien ihre hochgelobte Solo-CD „L’arpa di Parthenope“ mit frühbarocker Musik aus Neapel beim Label Accent, die sogar mit dem Diapason d’Or ausgezeichnet wurde.

www.margretkoell.com

Margret Köll begleitete den Contratenor bei der Eröffnung der Elbphilharmonie 2017!

 


 

Das Programm

 

 Claudio Monteverdi (1567-1643)

 

Si dolce è’l tormento - Quel sguardo sdegnosetto

 

Giovanni Battista Fontana (ca. 1580 - 1630)

 

Sonata seconda

 

Giovanni Battista Spadi (ca. 1610-1640)

 

Ancor che col partire - Ciaconna

 

Antonio Cabezón (1510 - 1566)

Romance - Para quien crie yo cabellos

Gian Leonardo dell’Arpa (ca. 1525 - 1602)

Io navigai un tempo

Girolamo Kapsberger (1580-1651)

Toccata Arpeggiata

 

 

Georg Friedrich Händel (1685-1759)

 

Il vostro maggio - aus der Oper Rinaldo HWV 7

Sinfonia und V´adoro pupille - aus der Oper Giulio Cesare in Egitto, HWV 17

Allegro - aus der Blockflötensonate HWV 369

 

  

―  PAUSE 

  

Joseph Küffner (1776-1856)

 

Potpourri sur des Airs Nationaux Français, Op. 226

 

Felix Mendelssohn (1809-1847)

 

Venezianisches Gondellied, Op. 19, Nr. 6

 

Franz Schubert (1797-1828)

 

aus Schwanengesang, D 957 Ständchen:

Leise Flehen Meine Lieder

 

 Christoph Willibald Gluck (1714-1787)

aus der Oper „Orfeo ed Euridice“

Balletto und Che farò senza Euridice

 

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

 

aus der Oper „Don Giovanni“

Là ci darem la mano (KV 527)

Komm, liebe Zither (KV 351)

Die Zufriedenheit (KV 473)

 

Carl Scheindienst (um 1800)

 

Gestern Abend war Vetter Mikkel da..

 

Die Künstler bedankten sich für den anhaltenden Applaus mit einer Zugabe von

Archangelo Corelli

Gavotta, Op. 5/10

 


 

 

Stefan Temmingh im Interview..

 

Frage: Seit Ihrer zweiten CD „The Gentleman´s Flute“ mit Arien von Händel auf der Blockflöte scheint Gesang ein Thema für Sie zu sein - entweder wie heute Abend mit Arien auf der Flöte oder tatsächlich als Zusammenarbeit mit Sängern. Woher kommt das?

Stefan Temmingh: Gesang berührt mich einfach sehr, die menschliche Stimme ist ein besonders natürliches Instrument. So ist auch die Blockflöte ein sehr natürliches, ja fast „einfaches“ Instrument: Sie wird direkt angeblasen ohne ein Rohrblatt am Instrument. Der Spieler spricht die Artikulation ins Instrument und hinzu kommt auch noch die Tatsache, dass die Blockflöte keine Klappen hat. Wegen dieser Direktheit liegt, glaube ich, das Gesangliche dem Instrument besonders gut. Es ist mein Ziel, die Blockflöte zum Singen zu bringen. 

 

Frage: Arien auf der Blockflöte zu spielen – ist das eigentlich Ihre Idee?

Stefan Temmingh: Nein keineswegs. Die Idee ist wahrscheinlich so alt wie die Musik überhaupt. Als der Mensch angefangen hat, Musik auf Instrumenten zu spielen, begann er sicherlich mit Imitationen von Liedern auf simplen Knochenflöten. Konkrete Hinweise, dass Lieder auf der Blockflöte gespielt wurden, gibt es in Sylvestro Ganassis Flötenschule von 1535. Die Trennung Lied-Instrumentalstück war am Anfang eher fließend. Unsere Fontana-Sonate ist beispielsweise vom Gregorianischen Gesang beeinflusst. Die Instrumentalisten haben allerdings schnell angefangen zu zeigen, was auf Instrumenten besser geht als mit der Stimme – so ist unsere Fassung von "Anchor che col partire“ eine virtuose Umspielung des originalen Madrigals. Solche Girlanden und Verzierungen gehen eigentlich nur auf Instrumenten. 

 

Frage: Einige Werke im zweiten Teil sind für Csakan komponiert, was ist das?

Stefan Temmingh: Es ist eine Weiterentwicklung der Blockflöte mit Klappen, die vor allem im Wiener Raum sehr beliebt war. 

 

Frage: Es ist ganz schon mutig von Ihnen, Schubert auf der Blockflöte zu spielen. Glauben Sie, Schubert wäre einverstanden?

Stefan Temmingh: Wie Schubert reagiert hätte, weiß ich nicht. Aber ich glaube, ein Komponist freut sich immer, wenn seine Musik erklingt – egal auf welchem Instrument. Ziel der Musik ist es, zu berühren. Ob dies mit Gesang, Blockflöte oder Harfe geschieht, ist nicht so ausschlaggebend. Interessant finde ich allerdings, dass viele Leute durch meine Interpretationen von Arien auf der Blockflöte oft einen schnelleren Zugang zur Musik zu finden scheinen als durch Gesang selbst. 

 

Frage: Gehen sie anders mit der Musik um, wenn sie Arien beziehungsweise Instrumentalmusik spielen?

Stefan Temmingh: Für mich gibt es eigentlich nur gesangliche und tänzerische Musik, anders formuliert rhythmisch oder melodiös geprägte Musik. Ob das Stück ursprünglich für Gesang gedacht war, macht daher aus meiner Sicht in der Interpretation keinen Unterschied.

 

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Stand: 18. Mai 2017.