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21. Januar 2018

 


 

18. Oktober 2015

 

Klavier-Duo Humburger

 

 

 

 

                                                                                                                                                                           Foto: R. Weitz

Richard und Valentin Humburger in Jülich

 

"… Bei der facettenreichen Interpretation (Schubert: Fantasie f-moll D 940) in makelloser technischer Synchronisierung gewann man nahezu den Eindruck, dass eine derartig hohe künstlerische Übereinstimmung nur von Zwillingen, die ja von Geburt an vieles gemeinsam haben, möglich ist." (Rhein-Neckar-Zeitung)

Schon seit ihrer Kindheit begeistern sich die Zwillingsbrüder Richard und Valentin Humburger für das vierhändige Zusammenspiel an einem oder zwei Klavieren. Inzwischen sind sie zu Gast auf namhaften europäischen Konzertpodien; so unter anderem beim Rheingau Musik Festival, Mozartfest Würzburg, Schwetzinger Festspiele, Schleswig-Holstein Musik Festival, Max-Reger-Tage Weiden und beim Ascoli Piceno Festival (Italien). Konzertverpflichtungen führten sie durch Deutschland, nach Österreich, Frankreich, Tschechien, Russland, Norwegen, Italien und USA.

Sie sind Preisträger bei den weltweit renommiertesten Wettbewerben für Klavierduo: 2008 gewannen sie beim 11. Murray Dranoff International Two-Piano Competition in Miami/Florida den 3. Preis sowie den Sonderpreis für die beste Interpretation eines Werkes von Max Reger, gestiftet von der Max Reger Foundation of America. Beim 54. Internationalen Musikwettbewerb der ARD 2005 erspielten sie sich den Sonderpreis für die beste Interpretation der Auftragskomposition, ein „Capriccio auf 2 Klavieren“ von Mauricio Kagel, und brachten es im Prinzregententheater München zur Uraufführung (Live-Übertragung des Bayerischen Rundfunks).

2009 gewannen sie beim Mendelssohn-Wettbewerb in Berlin das "Stipendium des Bundespräsidenten zur Förderung junger Musiker". Außerdem sind sie Stipendiaten der Kunststiftung Baden-Württemberg, Gewinner des Wettbewerbs der Musikhochschulen Deutschlands, des Internationalen Franz Schubert Wettbewerbs in Tschechien und des Torneo Internazionale di Musica in Italien.

Im Anschluß an diese Erfolge entstanden Rundfunk- und CD-Aufnahmen unter anderem beim SWR, DeutschlandRadio Berlin und dem Bayerischen Rundfunk.

Ihre musikalische Ausbildung absolvierten Richard und Valentin Humburger zunächst bei Ulrich Meining und Roman Raithel.
Von 2001-2007 studierten sie in Mannheim bei Prof. Rudolf Meister und Ok-Hi Lee und schlossen mit dem Künstlerischen Reifediplom solistisch ab. Bis 2009 studierten sie in München in der Meisterklasse von Prof. Yaara Tal und Prof. Andreas Groethuysen. Wichtige Erfahrungen und Impulse holte sich das Klavierduo außerdem bei zahlreichen Meisterkursen, insbesondere bei Andras Schiff, Alfons Kontarsky und György Kurtag.

Inzwischen üben sie selbst vielseitige Lehrtätigkeiten aus, u.a. seit 2010 als Lehrbeauftragte an der Musikhochschule Mannheim.
 

 


 

Das Programm

 

Johann Sebastian Bach

(1685 - 1750)

Fantasie und Fuge g-moll für Orgel BWV 542

(bearbeitet für Klavier zu vier Händen)

 

Franz Schubert

(1797 - 1828)

Rondo D-Dur D 608

 

Franz Schubert

 

Fantasie f-moll D 940

Allegro molto moderato - Largo - Allegro vivace - Tempo I

 

--- Pause ---

 

Felix Mendelssohn-Bartholdy

(1809 - 1847)

 Andante und Variationen B-Dur op.83a

 

Johannes Brahms

(1833 - 1897)

Walzer op.39

 

Richard Wagner

(1813 - 1883)

Tannhäuser-Ouvertüre

(bearbeitet für Klavier zu vier Händen von Hans von Bülow)

 

*****

 

Zugaben:

Die Sonatina BWV 106 aus der Bach-Kantate

"Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit"

und

zwei "Kubanische Tänze" von Ignacio Cervantes

 

 

 


 

 

Zum Programm

 

Zu den kühnsten Schöpfungen Johann Sebastian Bachs gehört die Fantasie und Fuge g-moll BWV 542 für Orgel. Die beiden Sätze sind wahrscheinlich zu verschiedenen Zeiten entstanden und ursprünglich nicht als zusammenhängendes Stück konzipiert. Die Fantasie ist harmonisch sehr frei und sehr expressiv, während die anschließende Fuge mit ihrem volkstümlich-liedhaften Thema gleichzeitig konzertante Virtuosität entfaltet. Max Reger bearbeitete das Werk für Klavier zu vier Händen ganz nach seiner spätromantischen Vorstellung.  Durch zahlreiche Oktavierungen, das Hinzufügen von Terz-Intervallen bis hin zu Lagenwechseln der Stimmen versuchte er die Registerfarben der Orgel nachzuahmen. Es lässt erahnen wie Regers Bach-Interpretation wohl ausgesehen haben mag. 

 

Kein anderer Komponist, auch nicht Mozart, hat sich der vierhändigen Klaviermusik so intensiv  und ausgiebig gewidmet wie Franz Schubert. Sein Rondo D-Dur D 608 (1818) überschrieb er mit der Widmung "Notre amitié est invariable", die wahrscheinlich an einen ungarischen Freund namens Gahy gerichtet ist. Das Stück mit seiner graziösen, heiteren Melodie ist erfüllt vom Geist der fröhlichen Geselligkeit der "Schubertiaden". Eine Seite, die im Leben des jungen Schubert eine große Rolle gespielt hat.     

Eine Krönung der vierhändigen Literatur ist zweifelsohne die Fantasie f-moll D 940.  Schubert komponierte sie in seinem  letzten Lebensjahr 1828, im Bewusstsein seiner schweren Krankheit und des nahen Todes. Die ausdrucksvolle, tragisch gestimmte Komposition ist ähnlich  einer viersätzigen Sonatenform konzipiert.  Der  fließende Übergang der einzelnen Sätze und  die mächtig gesteigerte, abschließende Fuge geht dann aber weit über die konventionelle Form einer Sonate hinaus und gibt dem gewaltigen Werk symphonische Größe.

 

Wie schon das Geschwisterpaar Wolfgang Amadeus und Nannerl Mozart spielte auch Felix Mendelssohn-Bartholdy häufig im Klavierduo mit seiner Schwester Fanny Hensel, geborene Mendelssohn zusammen und komponierte einige erstaunlich virtuose Werke für diese Besetzung. Darunter  auch das Andante und Variationen B-Dur op. 83a (1844), das eine um zwei Variationen erweiterte Fassung eines seiner Solo-Klavierstücke ist. Wie das Titelblatt des Autographs verrät, war das Werk für ein Sonntagskonzert bei seiner Schwester in Berlin bestimmt.

 

Johannes Brahms selbst hat sein Opus 39 "zwei Hefte kleiner unschuldiger Walzer in Schubertscher Form" genannt. "Ich dachte an Wien, an die schönen Mädchen, mit denen Du vierhändig spielst..." schrieb er an Eduard Hanslick, den großen Wiener Musikkritiker, dem er diese Walzer widmete. Und man erkennt in diesen Walzern in der Tat deutlich, wie sehr sich Brahms nach seinem Umzug von Norddeutschland nach Wien von der Atmosphäre der Stadt inspirieren ließ. Es ist eine Huldigung an Wien, die neue Heimat, und den Wiener Walzer.

Die Walzer op. 39 wurden in der vierhändigen Fassung so schnell bekannt und beliebt, dass Brahms noch 2 weitere Fassungen für Klavier solo und Orchester nachlegte. 

 

Hans von Bülows umfassende Kenntnis der Werke Richard Wagners gipfelte in den ihm als Dirigent anvertrauten Uraufführungen von Tristan (1864) und den Meistersingern (1868). Auch als Ersteller von Klavierauszügen und Bearbeiter der Wagnerschen Opern war er umfangreich tätig, darunter ist auch die vierhändig gesetzte Tannhäuser-Ouvertüre.

Auf die Frage, warum der Stardirigent von Bülow nie in Bayreuth dirigierte, zitierte ihn seine spätere Ehefrau Marie Schanzer: "Ich hatte Angst, dass Wagner mir die zweite Frau auch noch wegnimmt - und mir meine erste (Cosima Liszt) zurückgibt."     

 

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Stand: 29. Dezember 2015.