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21. Januar 2018

 


   

21. Januar 2018

 

Klavierabend

mit Natalia Ehwald

 

 

Natalia Ehwald, Klavier

 

Kritiker und Juroren heben immer wieder das beseelte, poetische Spiel, den besonders schönen Ton und die große musikalische Energie und Intensität im Spiel von Natalia Ehwald hervor.

"… wie eine aus Schweiß und innerer Glut geschaffene Improvisation, dabei aber entwaffnend natürlich und schlicht geradeheraus gespielt.“ – Der Tagesspiegel

Mit fünf Jahren begann Natalia Ehwald mit dem Klavierspiel, gab schon bald Klavierabende und hatte erste Engagements als Solistin mit Orchester. Mit 24 Jahren gab Natalia Ehwald ihr Debüt in den USA. Seitdem führen Konzertreisen sie regelmäßig durch ganz Europa, nach Asien und Amerika.

Sie gastierte unter anderem beim Radio Symphony Orchestra Warsaw, dem Shenzhen Symphony Orchestra, den Hamburger Symphonikern, der Rubinstein Philharmonie Lodz, der Magdeburgischen Philharmonie, der Mittelsächsischen Philharmonie und der Filharmonia Zielonagorska und trat unter anderem in der Berliner Philharmonie, im Konzerthaus Berlin, der Hamburger Musikhalle und bei Festivals wie den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker oder Puplinge Classique Genf auf.

Schon früh gewann sie Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben, u.a. 1999 beim Czerny-Wettbewerb in Prag und 1997 beim Grotrian-Steinweg-Wettbewerb in Braunschweig.

Es folgten weitere Wettbewerbserfolge, unter anderem im Jahr 2000 der 1. Preis beim Internationalen Greta-Erikson–Wettbewerb in Schweden sowie der 1. Preis und Sonderpreis der Menuhin-Foundation beim Robert-Schumann-Wettbewerb für junge Pianisten in Zwickau.

2006 errang Natalia Ehwald den „Prize for Special Creativity“ beim Internationalen SEILER-Wettbewerb in Griechenland und ein Jahr später den 2. Preis beim Musikwettbewerb des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft im BDI. Sie wurde gefördert durch ein Stipendium der Oscar und Vera Ritter-Stiftung und war Stipendiatin der Hans und Eugenia Jütting-Stiftung sowie der Gotthard-Schierse-Stiftung.

Natalia Ehwald wurde 1983 in Jena geboren. Nach vierjähriger Ausbildung an der Spezialschule für Musik „Schloss Belvedere“ in Weimar bei Prof. Sigrid Lehmstedt wurde sie bereits mit 16 Jahren Studentin an der Sibelius-Akademie Helsinki in der Klasse von Prof. Erik T. Tawaststjerna.

Die wohl wichtigsten künstlerischen Impulse erhielt sie von ihrem langjährigen Lehrer Evgeni Koroliov. In seiner Meisterklasse begann sie 2002 ihr Studium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg; sowohl das Diplom als auch das sich anschließenden Konzertexamen schloß sie mit Auszeichnung ab.

Weitere musikalische Anregungen erhielt Natalia Ehwald u.a. von Arie Vardi, Bernard Ringeissen und Georg Sava.

Radioaufnahmen entstanden in Zusammenarbeit mit NDR-Kultur, Deutschlandfunk sowie dem Polnischen Rundfunk. 2009-2011 war Natalia Ehwald Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Sie lebt in Berlin.

 


Das Programm

 

Claude Debussy - Préludes

"Danseuses de Delphes"

"Minstrels"

"Des pas sur la neige"

"La fille aux cheveux de lin"

 

Frederic Chopin

Nocturne H-Dur op. 62 Nr.1

 

Maurice Ravel - Sonatine

Modéré

Mouvt de Menuet

Animé  

 

- Pause -


 

Franz Schubert

Sonate A-Dur D 959

Allegro

Andantino

Scherzo. Allegro vivace - Trio.

Un poco piu lento  

Rondo Allegretto


 

 

Zum Programm

 

Der erste Teil des Klavier-Abends ist impressionistischer Musik gewidmet; gespielt werden vier der Préludes, die zwischen 1910 und 1913 entstanden und in zwei Zyklen von je zwölf Klavierstücken veröffentlicht wurden. Als surrealistische Vision der Antike könnte man “Danseuses de Delphe” (Tänzerinnen aus Delphi) auffassen. Es wird eine Welt mystischer Religion im Einklang mit der Natur musikalisch dargestellt.

Immer wieder fand Debussy in den Frauen der Antike, den Tempeltänzerinnen von Delphi, der Nymphe Syrinx, der Dichterin Bilitis und ihren Gefährtinnen die Vorlagen für eine solche Imagination. Mit den “Minstrels”, den Minnesängern, sind dagegen keine historischen oder literarischen Figuren gemeint. Statt der verliebten Troubadoure des Mittelalters dienen hier Musikanten einer neuen Epoche der Liebe als Vorbild: die Jazzmusiker aus den Nachtlokalen des Pigalle. Eine “traurige, eisige Landschaft” setzte er im Bild der Schritte im Schnee (“Des pas sur la neige”) in Musik um. Unwillkürlich wird man an Schuberts “Winterreise” und ihre musikalischen ‚Erstarrungen‘ erinnert. Das Gedicht "La fille aux cheveux de lin" (Das Mädchen mit den Flachshaaren) des heute wenig bekannten französischen Dichters Charles-Marie Leconte de Lisle (1818-1894) dient als Inspiration für das vierte Prélude.

Chopins Nocturne H-Dur ist bei der Programmgestaltung bewusst gewählt, da dieses Spätwerk in seiner Tonsprache als Vorläufer des Impressionismus gelten kann. Chopin hat diese Musik-Gattung mit ihrer träumerischen Empfindsamkeit und zugleich musikalischer Klarheit wie kein anderer Komponist der Romantik geprägt.

Ravels Sonatine pour piano ist ein dreisätziges Klavierwerk, das etwa zur gleichen Zeit wie Debussys Préludes entstand. Die Form des Werkes (ein weitgehend lyrisch gestimmter Sonatensatz zu Beginn, ein Menuett an zweiter Stelle und ein schnelles Finale) entspricht dem Modell der klassischen Sonatine; jedoch ist das Stück aufgrund seiner pianistischen Faktur und vor allem seiner für Ravel und den sogenannten musikalischen Impressionismus typischen Harmonik keine Stil-Kopie, sondern reiht sich nahtlos in Ravels Klavierwerk zwischen „Jeux d’eau“ und den „Miroirs“ ein.

*****

Die letzten drei Klaviersonaten aus dem Todesjahr Schuberts sind die Krönung seiner lebenslangen Auseinandersetzung mit dieser Gattung. Die A-Dur-Sonate D 959 wird oft als die klangschönste bezeichnet. Es “ist wohl keine Sonate […] so reich und sorgfältig, pianistisch so feinsinnig durchgestaltet wie diese.” (Klaus Wolters) ‒ Schon der Beginn mit seinen dominanten Oktaven in der linken Hand und der fast barocken Rhythmik zeigt einen kraftvollen, an Beethoven erinnernden Charakter. “Der herrische Effekt weicht jedoch rasch einem einfachen, bezaubernden Seitenthema, das Schubert zum Hauptmotiv des Satzes erhob” (Melvin Berger). Wesentlich ist jedoch in diesem Satz, wie im folgenden Andantino, der Einbruch eines düster-fatalistischen Tons in die scheinbar so lichte Umgebung. ‒ Das fis-Moll-Andantino wurde oft als ein Vorläufer der Nocturnes von Chopin, als “Klagelied” und als “Lamento” bezeichnet. ‒ Das Scherzo trägt groteske Züge. ‒ Im Finale geht zunächst „die Sonne auf.“ Doch zwischen dem zarten wiederkehrenden Rondo-Thema entwickelt Schubert hoch dramatische Zwischenteile. Das Werk lebt von diesen starken Gegensätzen.


 

 

 




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Stand: 06. November 2017.