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21. Januar 2018

 


 

Rezension des Konzertabends am 22. Oktober 2006

 

Schlosskonzert des Xyrion-Trios auf Weltklasse-Niveau

     Professorinnen offenbaren geniale Technik und Musikalität. Charmante Interpretinnen klassischer Musik begeistern ihr Publikum

 

 JÜLlCH. Ein großartiger Coup gelang den Verantwortlichen bei der Verpflichtung des Xyrion-Trios für das zweite Schlosskonzert der Saison. Ida Bieler (Violine), Nina Tichman (Klavier) und Maria Kliegel(Cellö) sind Weltklasse.

Die drei Künstlerinnen, alle Professorinnen ihres Faches, sind in ihrer Konzerttätigkeit außerordentlich erfolgreich. Wer ihnen an diesem Abend in der gut besetzten Schlosskapelle zuhören durfte, der ergründete sehr schnell das Geheimnis ihres Erfolges. Alle drei Instrumentalistinnen sind solistisch perfekt, besitzen aber die Gabe, im Ensemble völlig harmonisch mit den anderen, angepasst und doch dynamisch eigenverantwortlich zu musizieren. Zudem springt der Funke der eigenen Freude an der Musik sofort auf die Zuhörer über.

Die sympathische Ausstrahlung der drei Damen, ihr werkgetreues engagiertes Musizieren und ihre perfekte Technik, die jedoch nie die musikalische Aussage überlagert, sowie die klangliche Balance der Instrumente faszinierten und begeisterten das Publikum. Das Klaviertrio G-Dur von Ludwig von Beethoven begann mit einer langsamen Einleitung, bei der sich jedoch das Hauptthema schon vorstellte. Es folgten Sätze in melodischer Vollkommenheit, simple melodische Einfälle, die Anlass zu überraschenden Tonfolgen geben. Deutlich wird bei diesem Werk, dass Beethoven die Rolle des Cellos aufwertet, es aus seiner Gebundenheit an die Bassstimme des Klaviers befreit und ihm Selbstständigkeit und Gleichberechtigung gibt. So entsteht die klangliche Balance des Trios. Die Spannung entsteht aus dem natürlichen Gegenpol der beiden Streicher zum Tasteninstrument.

Von Dmitrij Schostakowitsch folgte sein tragisches Werk, das Klaviertrio e-moll. Die musikalische  Botschaft dieses Stückes, das einem verstorbenen Freund gewidmet ist, lässt sich sicherlich am besten mit einem Zitat des sowjetischen Musikwissenschaftlers I.I Martynow vermitteln: ". . . so bringt er (der Komponist) hier die Tragödie einer durch Tod und Qual hindurchgegangenen Generation zum Ausdruck". Not, Qual und Schmerzensschreie durchsetzen dieses Trio. Es macht erschrocken, aber auch nachdenklich. Die drei Musikerinnen machten mit ihren Instrumenten das Leid hör- und fühlbar. Sie brachten diese diffizile Arbeit mit einer ebenso selbstverständlichen wie genialen Technik und Musikalität zu einem beeindruckenden Abschluss.

Nach der Pause jedoch waren Kopf und Herz der Zuhörer wieder frei für „Dumky" von Antonin Dvorak, eine Folge von sechs Tänzen­ für Triobesetzung. Es ist eine Tanzfolge nach Art der ukrainischen Dumka, deren Stimmungen zwischen langsam-schwermütigen und schnell-ausgelassenen Charakteren schwanken. Dieses Werk gab den Künstlerinnen die Gelegenheit, ihre Spielfreude auszuleben. Sie arbeiteten die Feinheiten der Satz- und Klangtechnik liebevoll heraus und schwelgten in dem musikalischen Reichtum.

Zu Recht wurde das Xyrion-Trio mit begeistertem Applaus gefeiert.

             HILDE VIEHÖFER-EMDE

 


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