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21. Januar 2018

 


Rezension des Konzertabends am 7. Oktober 2007 

Joan Moll bietet lichtes Spiel abendlicher Töne

Spanisch-mallorkinischer Pianist und die "Die Nacht in der Klavierliteratur“. Gastspiel in der Schlosskaplle. Ausgefeilte und empfindsame Interpretation ausgewählter Stücke. Besucher des Konzerts akustisch reich "beschenkt".

 

VON UNSEREM MITARBEITER BEN SCHUMACHER

Jülich. ]oan Moll kann sich glücklich schätzen. Auch nach vielen Jahren auf Europas Konzertbühnen bringt er weiterhin genügend Begeisterung, Spannkraft und Energie auf, um einen ungeheuren Eindruck zu hinterlassen. Der intime Rahmen im historischen Gemäuer der Schlosskapelle in ]ülich ermöglichte, seinen ausgefeilten empfindsamen Interpretationen hautnah zu folgen. Der spanisch-mallorkinische Pianist verstand es, "Die Nacht der Klavierliteratur" äußerst virtuos zu preisen. Wie er Abend- oder Nachtstücke - Serenade und Nocturne - von verschiedenen Komponisten spieltechnisch differenziert, eine Fülle musikalischer Ausdrucksformen zum Tragen bringt, fesselt immer wieder die Zuhörer.

Nach John Fields lyrischen Charakterstücken wandte sich der Tastenzauberer den mechanischen Fertigkeiten und der ausgesprochenen Zartheit im Anschlag eines Frederic Chopins zu. Die träumerisch nuancierte Klavierwiedergabe von Joan Moll erinnert an "Händchenhalten durchs Telefon": Nur hören, aber tief fühlen und empfinden. Dass er seine Heimat keineswegs verleugnen will, dokumentierte er mit Liedern aus Mallorca. Romantisches Lokalkolorit von Miquel Capllonch sowie Antoni Torrandell verführte das Publikum zu den iberischen Sternennächten. "Cordoba", ein Notenwerk von Isaac Albéniz, vereinigt die Rhythmik andalusischer Volksmusik mit den Elementen des spanischen Nationalstils.

Farbige Impressionen

Sogar noch mit geschlossenen Augen würde jedermann von den farbigen Klaviersatz-Impressionen geblendet werden. Der brillante Tonkünstler weiß den Klang bis ins kleinste Detail zu fächern. Ob er die Traumszenen der "Fantasiestücke" op. 12 von Robert Schumann schwebend, ob unheimlich oder ob bedrohlich intoniert. In seinem Repertoire durften keinesfalls Franz Liszts "Liebesträume" fehlen, eine der reizvollsten, nahezu überirdischen Kompositionen. Eine Herausforderung für jeden Konzertpianisten ist stets "Clair de lune" von Claude Debussy. Absolut makellos, die Konturen sichernd, die Möglichkeiten des Instruments voll auslotend absolvierte der Meister das impressionistische Werk. Zur finalen Steigerung nahm Joan Moll seine Zuhörer mit Akkorden des Russen Alexander Scriabin auf eine Klangexpedition mit. Mittels der "Nocturne für die linke Hand" gewährte er ihnen einen grüblerischen Blick hinter die Noten. Akustisch reich beschert werden die Besucher das meisterhafte Konzert des "Chopins aus Mallorca" in bester Erinnerung behalten. (bs)

 

 

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