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21. Januar 2018

 


Rezension des Konzertabends am 20. Januar 2013

Ungewöhnliche Klänge in der Schlosskapelle

Grandioses Konzert des Mandelring-Quartetts mit der Marimbaphon-Solistin Katarzyna Myćka.

WDR-Hörfunk hat Aufführung mitgeschnitten.

 

Von Hilde Viehöfer-Emde

 

Jülich. Ein Glückstreffer der Schlosskonzert-Veranstalter war die Verpflichtung des Mandelring Quartetts, das mit der exzellenten Solistin am Marimbaphon musizierte. Romantisch war das Programm des Abends. Das Quartett mit Sebastian Schmidt und Nanette Schmidt an der Violine, Roland Glassl an der Viola und Bernhard Schmidt am Violoncello musizierten zunächst klassische Werke der Romantik.

Das Streichquartett Nr. 3 D-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy gab besonders Sebastian Schmidt an der ersten Violine Gelegenheit, mit elegantem, klangschön ausgeführtem Figurenwerk und großartig angelegten Kantilenen sein solistisches Können unter Beweis zu stellen. Die anderen Instrumente haben mehr begleitende, wiederholende Funktion, fast als begleitendes Trio zu bezeichnen. Erst im Andante steht der 2. Violine ein stärkerer Part zu.

Große Spielfreude und kraftvolles Spiel zeichneten das Ensemble aus. Diese positiven Komponenten fand der Zuhörer auch in der Interpretation des Streichquartettes g-moll von Claude Debussy wieder. Das Hauptthema des Kopfsatzes ist Keimzelle für alle vier Sätze.

Ungewöhnliche Rhythmik, exotische Klänge und glühende Instrumentalfarben zeichnen den besonderen Charakter und die Harmonie des Werkes aus.

 

Artistisch anmutendes Spiel

Besonderen Hörgenuss erwartete das Publikum in der Schlosskapelle mit den Werken für Marimbaphon und Streichquartett. Der ungewöhnliche Klang des Instrumentes und das unnachahmlich perfekte, fast artistisch anmutende Spiel der Solistin waren Faszination für Augen und Ohren.

Auch die Werke der zeitgenössischen Komponisten trugen zu dem besonderen Erleben bei. Sie passten perfekt in die romantische Stimmung des Abends. Emmanuel Séjourné, ein französischer Komponist, schuf mit seinem Konzert für Marimba und Streicher einen hinreißenden Klangzauber. Auch der leidenschaftliche Rhythmus des Flamencos findet sich wieder.

Der brasilianische Dirigent und Komponist Ney Rosauro, ist selber Virtuose am Marimbaphon und schrieb für die besondere Konstellation der Instrumente sein Konzert für Marimba und Streicher. Seine Musik ist von den Liedern und Melodien seiner Heimat geprägt. Zwar wirkte dieses Werk stimmungsmäßig sehr belastet und düster, aber gleichzeitig auch durch seine moderne Tonsprache frisch und rhythmisch mitreißend.

 

Homogenes Zusammenspiel

Das Ensemble begeisterte durch differenzierte, werktreue Interpretation, homogenes Zusammenspiel. Die emotionale und persönliche Komponente wurde durch die Aufzeichnung des WDR leicht beeinträchtigt. Unter der besonderen Anspannung und dem Bemühen um Perfektion litten Spontaneitäten und die reine Freude am Konzertieren. Dies tat jedoch dem Abend und der Freude an dem interessanten Programm keinen bedeutenden Abstrich.

Großer Applaus und ein begeistertes Publikum waren den Musikern sicher.

(hivi)

 

 

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