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21. Januar 2018

 


Rezension des Konzertabends am 28. Februar 2010

 

Jugendlich-frischer Beethoven-Marathon

 

Morgenstern-Trio präsentiert in der Schlosskapelle Werke des deutschen Komponisten und stellt seine Virtuosität unter Beweis.

Von unserer Mitarbeiterin Hilde Viehöfer-Emde   

 

jülich.

Ein reiner Beethoven-Abend mit drei Klaviertrios verlangt sowohl vom Publikum wie auch von den Ausführenden eine hohe Präsenz und Aufmerksamkeit. Denn Beethovens Werke einer Gattung sind durchaus nicht leicht einen ganzen Abend in ihrer Komplexität zu hören, beziehungsweise zu genießen. Doch Werkhören wie in akademischer Art ist angesagt.

Die Klaviertrios Ludwig van Beethovens sind genial, aber nicht jeder Zuhörer vermag diese geballte musikalische Kraft zu verarbeiten. Das Publikum in der leider nicht so gut besetzten Schlosskapelle war sachkundig und kompetent.

Die Musiker Stefan Hempel (Violine), Catherine Klipfel (Klavier) und Emanuel Wehse (Violoncello), das Morgenstern Trio, brachten einen Beethoven, der mit jugendlicher Frische die Musik direkt in die Herzen der Zuhörer einspielte.

 

 

Andante Variationen

 

Mit dem Trio c-moll op. l Nr.3 erklang düster, tragisch, wild und ausdrucksvoll eine Thematik, der Beethoven durchaus offen war - ohne gleichermaßen an Schicksal angeknüpft zu sein. Nach Takten des Suchens und Fragens war das prägnante und motivisch konstruierte Hauptthema zu hören. Andante Variationen und Scherzo brachten Lösung und Entspannung.

Der unselige Titel „Geistertrio" D-Dur op. 70 Nr. 1 des Klaviertrios haftete immer noch dem Werk des Komponisten an. Eines der klanglich ausgefeiltesten und originellsten Werke Beethovens wurde in wundervoll jugendlicher Frische zu Gehör gebracht.

Sinnlich packend, virtuos beeindruckend und von mitreißender Musizierfreude bewältigten die Musiker extreme Lagen, gegensätzliche Dynamik und fantasireiche Passagen im Klavierpart.

Die Brillanz seiner kammermusikalischen Kompositionen zeigt Beethoven unter anderem in seinem Erzherzogtrio, B-Dur op. 97. In der äußeren Form liefert er perfekt modellhafte Beispiele der Form. Leise Töne, dramatische Effekte in virtuosen Passagen sind unglaublich emotionsgeladen.

 

Temperamentvolle Ideen bis hin zu bizarren rhythmischen Sprüngen und Verzahnungen gaben dem jungen Ensemble alle Gelegenheit, Virtuosität jedes Einzelnen unter Beweis zu stellen.

 

Eine so junge, frische, experimentelle und trotzdem in konventionellen Bahnen bleibende Beethoven-Interpretation erlebt man selten.

Das Morgenstern Trio bot einen „Beethoven-Marathon", den sich die Jülicher Kunstfreunde nicht schöner  hätten  wünschen  können.

Nach herzlich-kräftigem Applaus freuten sich Musiker und Zuhörer über zwei Sätze aus dem Trio Es-Dur von Joseph Haydn, der als „Lehrer" Ludwig van Beethovens sehr wohl in den musikalischen wie den äußeren Rahmen des schulischen Umfeldes der Zitadelle passte.

 

 

(hivi)


 


 

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