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21. Januar 2018

 


Rezension des Konzertabends am 22. Januar 2012

 

Musikalische Märchenwelt mit Aglika Genova und Liuben Dimitrov

 

Von Hilde Viehöfer-Emde

 

Jülich. Märchenhaft schön waren nicht nur die beiden Werke, die Dornröschen-Suite von Peter Iljitsch Tschaikowsky und Ma Mère l'Oye von Maurice Ravel. Die beiden Pianisten Aglika Genova und Liuben Dimitrov bescherten dem Publikum in der ausverkauften Schlosskapelle der Zitadelle einen besonders gelungenen Konzertabend.

Selten konzertiert ein Klavierduo so technisch versiert und musikalisch ausgeglichen wie Genova und Dimitrov. Zu kämpfen hatten die Spitzenmusiker leider mit den technischen Mängeln des Flügels. Dies erschwerte sicherlich ihr Spiel, tat aber zum Glück der Präsentation der Werke keinen Abbruch, wenn auch bei schnellen Läufen die Verzögerung der Tastenbeweglichkeit zu bemerken war.

Zwei Werke von Franz Schubert führten in die Welt der Klaviermusik. Schubert hat sich besonders den vierhändigen Kompositionen gewidmet. Seine Kompositionen sind von großem musikalischem Gehalt und beweisen, dass vier Hände bei weitem reicher, differenzierter und vollständiger musizieren können als die zwei Hände eines Pianisten. So sieht Schubert den Partner nicht als Hemmnis, sondern als willkommene Ergänzung und Bereicherung. 


Die Fantasie für Klavier zu vier Händen f-moll op.103 entwickelte düstere Stimmung, wechselte in den Sätzen zu melodisch verschnörkelten Läufen und endete mit einer dramatischen Schlusskadenz, die wie ein Schicksalsspruch erschallte. Von lyrischer Schönheit getragen folgte das Andantino varié. 

Dem Duo gelang es bestens, den intimen Charakter des Werkes herauszuarbeiten. Sie zelebrierten die tänzelnden Melodien in zartem Klangspiel und äußerst empfindsam.
 

 

Ein Genuss für die Zuhörer

Märchenhaft und mit einer Fülle liebenswürdiger Einfälle wartete die Dornröschen-Suite von Peter Iljitsch Tschaikowsky auf. Die reizende Unterhaltungsmusik, rhythmisch, melodisch und klanglich einfallsreich, konnte der Zuhörer einfach nur genießen, vor allem weil auch die Pianisten dieses technisch nicht so anspruchsvolle Werk mit solch großer Freude spielten.

Buntes Kolorit bot auch Ma Mère l'Oye von Maurice Ravel. Auch von tüchtigen Laien spielbar, wurde diese Komposition unter den Händen der Pianisten zu einem Kleinod. Elegante musikalische Kunststückchen reihten sich aneinander, zauberhafte Melodien betörten ebenso wie der chinesische Marsch.

Ein bedeutendes Werk der Literatur für Klavier zu vier Händen ist auch die Suite Six Èpigraphes antiques von Claude Débussy. Im Klaviersatz erkannte der Zuhörer mit Leichtigkeit das Timbre anderer Instrumente, zum Beispiel Flöte und Harfe. Freie Form und klassische Haltung waren hier in friedlicher Synthese vereint.

Nach Umfang und Inhalt eigentlich eine Sonatine, barg die Sonate für Klavier für vier Hände von Francis Poulenc für die Pianisten die Gelegenheit, fast akrobatisches Können zu beweisen. Die verspielten, leicht volkstümlichen Melodien erforderten ein Über- und Untergreifen der Hände im ersten Satz. Der zweite Satz versinnbildlichte die ländliche Idylle, heiter und unbeschwert folgte der letzte Satz. Die Naivität und gleichzeitig das Raffinement des Werkes brachten Genova und Dimitrov klangvoll zur Geltung. 

Trotz des rauschenden Applauses ließen die Künstler sich nicht zu einer Zugabe bewegen. Völlig zu Recht, denn jedes noch so schöne Werk hätte den gespannten Rahmen des Abends gesprengt und beeinträchtigt.

 

(hivi) |  25.01.2012, 17:16

 



 

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