Jülicher Schlosskonzerte©

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21. Januar 2018

 


Rezension des Konzertabends am 24. Januar 2010

 

Feuerwerk der Gitarrenklänge

 

Die "Katona Twins", Solisten von Weltformat gastieren in der seit Wochen ausverkauften Schlosskapelle. Eineiige Zwillinge aus Ungarn.

Von unserer Mitarbeiterin Hilde Viehöfer-Emde   

 

jülich.

Das Engagement der „Katona Twins" erwies sich als Glücksgriff des Organisationsteams der Schlosskonzerte. Die aus Ungarn stammenden eineiigen Zwillinge, die momentan auf Welttournée sind, begeisterten ihr Jülicher Publikum in der geschichtsträchtigen Schlosskapelle mit einem Feuerwerk der Gitarrenklänge.

Die interessante Werkauswahl gab den beiden Musikern die Möglichkeit, das breite Spektrum ihres Könnens zu demonstrieren. Für die Zuhörer in der schon seit Wochen ausverkauften Kapelle war dieser Abend nicht nur ein Konzert, son­dern ein musikalisch ästhetisches Erlebnis, das sich nur schwer beschreiben lässt.

Die beiden jungen Solisten reproduzierten die Musikstücke nicht, sie lebten sie und ließen die Zuhörer an diesem Erleben teilhaben. Sie unterwarfen sich nicht den Zwängen der vorgegebenen Spielarten, sondern präsentierten die Musik mit ihrer eigenen Handschrift.

Die wirkungsvolle Ouvertüre aus „Der Barbier von Sevilla" eröffnete einen Konzertabend mit vielen Facetten und machte Stimmung für die weiteren Programmpunkte.

Klassische Gitarre war trotzdem angesagt und wurde in Perfektion geboten. Selbst Fans des klassischen Bachs freuten sich über die lebendige und klangvolle Darbietung der englischen Suite, die in der Gitarrenversion weitaus lebendiger, dynamischer und flexibler rüber kam als auf dem starren Cembalo. Dabei mögen sich zwar die Geister scheiden, dem Jülicher Publikum gefiel es, wie der donnernde Applaus bewies.

Nur wenig Literatur gibt es für die Besetzung von zwei Gitarren. Dies hindert die Brüder nicht daran, über ein großes Repertoire zu verfügen. Sie machen sich die Musik zu eigen und präsentieren sie in unnachahmlicher Form. Die Gitarren sind nicht Selbstzweck, sondern wirklich „Instrument", um Musik zu spielen und zu leben.

Virtuos und mit rhythmischer Perfektion erklang Musik aus Argentinien mit der „Tango-Suite" von Astor Piazolla, aus Spanien und Brasilien. Die Gitarren wurden zum Klangkörper, der auf verschiedene Arten genutzt und gespielt, gestreichelt und geschlagen wurde. Stark rhythmisiert und zum Temperament der Musiker passend arrangiert wurden „Cepa Andaluza" von Paco de Lucia, „Alma Brasiliera" von Heitor Villa-Lobos" und ein Auszug aus dem Ballet „El amor bruja" von Manuel de Falla interpretiert.

 

Besonders interessant und faszinierend war ein Werk, das der Komponist für Peter und Zoltán Katona geschrieben hat: „Times Passing Breath". Der elektroakustischen Resonanzboden für die beiden Gitarren kam vom Band. Das ewige Auf und Ab von Ebbe und Flut wurde überlagert von Glockenschlägen, die in diesem Stück als Symbole der Zeit musikalisch dargestellt wurden.

Zwei Zugaben rundeten einen Konzertabend, der durch die Virtuosität, die Präzision des Zusammenspiels, die vollendete Harmonie und Homogenität der Zwillingsbrüder zu einem einzigartigen Konzerterlebnis wurde. Standing Ovations sind in der Schlosskapelle äußerst selten, waren an diesem Abend aber angesagt und spiegelten neben wiederholten Bravo Rufen die Begeisterung des Publikums wider.

 

(hivi)


 


 

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