Jülicher Schlosskonzerte©

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21. Januar 2018

 


Rezension des Konzertabends am 27. Februar 2011

 

Bässe fliegen mit Finesse

 

Bewundernswert ist der Mut der Verantwortlichen der Schlosskonzerte Jülich zum Experiment. Dem Kammermusik gewöhnten Publikum wurde ein Konzertabend der besonderen Art geboten.

Von unserer Mitarbeiterin Hilde Viehöfer-Emde   

 

jülich.

Sicherlich nicht dem klassischen Genre der Besetzung entsprechend, musizierten Boguslaw Furtok, Christian Braica, Simon Backhaus und Ulrich Franck an den Bässen. Ihrem Namen «Flying Basses» wurden sie sinnbildlich gerecht, indem sie ihr Publikum auf eine ungewöhnliche musikalische Reise mitnahmen. Einige Abonnenten ließen sich sicherlich nicht auf diesen Abend ein, was wiederum vielen neuen interessierten Gästen die Möglichkeit eröffnete, an der Abendkasse noch Einlass gewährt zu bekommen. Die Schlosskapelle war voll besetzt.

 

Erwartungen übertroffen

 

Mit einem Programm mit dem Spannungsbogen, der sich von Barockmusik bis zu zeitgenössischen Kompositionen spannte, zeigten sie ihre virtuoses instrumentales Können, perfektes Zusammenspiel und vor allem Begeisterung für die Musik und das Musizieren.

Die drei Sätze aus dem Konzert von Jean-Philippe Rameau in einer Bearbeitung von Ulrich Frank waren zwar interessant, konnten jedoch nicht begeistern, da diese Musik auf diesen Instrumenten gespielt nicht dem Charakter des Werkes gerecht wurde. Die Klangfarbe war ungewohnt, das Tempo zu hektisch und graziöse Elemente wurden zu grob überspielt. Das lag nicht an den Musikern, sondern an den Möglichkeiten, die durch die Instrumente nicht gegeben waren.

Jedoch schon mit dem zweiten Werk, den «Three Pieces for four Basses» von Boguslaw Furtok, begann die Faszination, mit der die Zuhörer den Darbietungen des Ensembles lauschten. Dieser Eindruck verstärkte sich mit den «Danzas españolas» von Enrique Granados. Temperamentvoll, rassig, gesanglich, melodiös, schwermütig, tänzerisch folgten die Melodien und Sätze. Die technischen Finessen bewältigten die Instrumentalisten mit großem körperlichen Einsatz und oft fast akrobatischen Fähigkeiten. Die Werke boten einen interessanten Mix aus spanischer Folklore, Filmmusik und Elementen der Programmmusik.

Witzige Interpretationen 

«Suite and Low» von Daryl Runswick beweist, dass Komponisten, die mit den Instrumenten, für die ihre Komposition gedacht ist, bestens vertraut sind, auch besondere Musik für diese Konstellation schreiben können. So ist «Strauss in the Doghouse» (Doghouse als Hundehütte als liebevolle Bezeichnung für den Bass) eine witzige Interpretation Straussscher Melodien, die perfekt persifliert werden. Mit «American Basses» erklingen Highlights amerikanischer Traditionsmelodien. The «American Dream» lebt auf und wird auf besondere Weise lebendig.

In Hochform konnten die Zuhörer in der Schlosskapelle das Ensemble bei John Kanders «Jazz-Suite» mit dem bekannten «New York, New York» und «Four Brothers» von Jimmy Giuffre erleben.

Die Begeisterung für die vier Bassisten nahm kein Ende und gipfelte in dem Schlussapplaus, der für die Zugabe eines rassigen Tangos und für ein einmaliges Konzert dankte.

(hivi)

 


 


 

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