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21. Januar 2018

 


Rezension des Konzertabends am 30. September 2009

 

Ein Liederabend zu Ehren Mendelssohns

Von unserer Mitarbeiterin Hilde Viehöfer-Emde

 

jülich. Freunde der klassischen Liedkultur kamen voll auf ihre Kosten. Das erste Schlosskonzert der Saison präsentierte drei hochkarätige Musiker, die einen beeindruckenden Liederabend boten. Zum 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn-Bartholdy stellten die Organisatoren des Konzertes mit der Sopranistin Eleonore Maguerre, dem Tenor Uwe Stickert und dem Pianisten Frank-Immo Zichner ein interessantes und gehaltvolles Programm zusammen.

Die Geschichte des gefeierten Geburtstagskindes war zart umwoben von seiner Musik und der seiner Zeitgenossen. Sein inniges Verhältnis zu seiner Schwester  in den biographischen Begleitworten und der Musik seiner Schwester wieder, deren Duett „Suleika und Hatem" ihr kompositorisches Vermögen und ihre Genialität spüren lässt.

Von Antonin Dvorăk erklangen darauf vier Duette aus den Mährischen Klängen. Sie entstammen einem Zyklus aus 21 Duetten für  Sopran, Alt und Klavier. Aber auch die stimmliche Besetzung brachte die Texte, die mährischen Volksliedern entstammen, und die ureigensten Melodien Dvoraks bestens zur Geltung. Liebe als Beglückung, Sehnsucht, Klage und liebevolle Neckereien wurden zum innigen Zusammenklang.
 

Die Sopranistin Eleonore Marguerre und Tenor Uwe Stickert bildeten eine sich ergänzende Klangeinheit. Die Weichheit beider Stimmen, die Ausgewogenheit machten die textlich recht schlichten Volkslieder musikalisch zu einer Einheit. Der Pianist Frank-Immo Zichner brillierte mit liebevoll inszenierter Begleitung. Solistisch rückte die Sopranistin mit den „Ausgewählten Liedern" von Mendelssohn-Bartholdy in den Mittelpunkt des Konzertes. Honneurs an den Komponisten waren seine Lieder, die neben der musikalischen Welt auch hohe Dichtkunst vermittelten. Die Texte von Heinrich Heine sind unvergänglich zeitgemäß und werden durch die Komposition zu einem Gesamtkunstwerk. Über das Liedschaffen des Komponisten sind nicht sehr viele Quellen bekannt. Sicher ist, dass seine instrumentalen Kompositionen immer eng mit seinen Liedern verwoben sind. Texte aus der Natur, Texte zu Brauchtum wie der Walpurgisnacht und Hexentänzen finden sich wieder. Zart, emotional, temperamentvoll und voller schauspielerischer Qualitäten präsentierte die Sopranistin den Melodienreigen. Sehr differenziert, lautmalerisch perfekt brachte Frank-Immo Zichner den Klavierpart. Der Solopart des Tenors Beinhaltete Lieder von Edvard Grieg, dem norwegischen Komponisten, dessen Heimatbewusstsein sich in all seinen Werken niederschlägt. Volksmusik und Spätromantik verbindet er in unnachahmlicher, berührender Weise.
 

Ausgewählte Duette von Felix Mendelssohn-Bartholdy vereinten das Trio im musikalischen Ausklang. Liebe, Natur und Abschied kennzeichneten die Stimmung des letzten Programmbeitrages. Ein Bonbon in der Zugabe war das dem Jülicher Maler Johann Wilhelm Schirmer gewidmete Lied des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy. Ein rheinisches Volkslied, meisterhaft vertont, zugegeben mit schwachem Inhalt, stellt dennoch die Verbindung zwischen den Kunstgattungen dar.

Dieser Beitrag war gewiss ein Dankeschön an die Spielstätte Jülich und ein geschichtlich, künstlerisch und musikalisches Dokument der Zeit.

(hivi)



 


 

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