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21. Januar 2018

 


Rezension des Konzertabends am 30. Oktober 2016

 

Klang- und farbenreiches Spiel

Mendelssohn Trio Berlin bietet interessantes Programm

Von unserer Mitarbeiterin Hilde Viehöfer-Emde

 

jülich. Beim zweiten Schlosskonzert der Saison durfte sich das Publikum in der voll besetzten Kapelle über ein ausgewogenes, interessantes Programm und ein spielfreudiges Trio freuen. Die Musiker des Mendelssohn Trios, Uta Klöber (Violine), Andreas Fröhlich (Klavier) und Ramon Jaffé (Cello) gaben einen Querschnitt durch die Literatur des Klaviertrios von Beethoven bis Piazolla.

Das Konzert lebte von der unkompliziert fröhlichen Art der Musiker, die trotz der Leichtigkeit des Spiels mit großem Feingefühl die jeweiligen Besonderheiten der Werke und ihres Komponisten herausarbeiteten.

Virtuoser Tonfall des Werkes

Ludwig van Beethovens Klaviertrio B-Dur op.11 ließ in reizvoller Farbigkeit die große Ausdruckskraft dieser instrumentalen Dreierbesetzung spüren. Der liebenswürdige, virtuose Tonfall des Werkes, aber auch aufkeimende kontrastierende Ernsthaftigkeit machen den Reiz und Charakter der Komposition aus. Markante Bogenführung der Streicher und perlendes Klavierspiel machten die Aufführung zu einem besonderen Genuss.

Das Frühwerk von Mendelssohn Bartholdy, das Klaviertrio c-moll, gilt als kompositorischer Versuch des Elfjährigen und trägt noch nicht seine individuelle, später entwickelte musikalische Handschrift. Nach dem großen Werk Beethovens war dieses Stück zwar musikgeschichtlich von Interesse, fiel aber insgesamt musikalisch und in der klanglichen Gestaltung zurück.

Das Klaviertrio Es Dur von Joseph Haydn jedoch gestaltete sich als weiterer Höhepunkt des Abends. Es ist das letzte Klavier Trio des Komponisten. Beginnend mit einem lyrischen Sonatensatz, mit einer verschwenderischen Fülle von Themen entwickelt sich die Musik harmonisch, klang- und farbenreich. Das Werk gab den Musikern die Gelegenheit, ihr solistisches Können und ihre Virtuosität zu zeigen. Sie spielten ihre Instrumente voll aus und bezauberten mit warmem Streicherton und klangvollem Klavierspiel.

Begeistert hat das Trio sein Publikum an diesem Abend auch mit der Komposition von Astor Piazolla „Las cuatro estaciones portenas“. Diese Vier Jahreszeiten haben nichts mit Vivaldis gleichlautendem Werk zu tun. Wie schon in dem einführend gespielten Tango von Piazolla sind es Impressionen aus Buenos Aires, die die spezielle Stimmung, die Musik und die Atmosphäre dieses Landes auffangen und musikalisch zum Ausdruck bringen.

Rhythmus, Elegie und Leidenschaft brachten die Musiker perfekt zum Ausdruck und erhielten für ihr glanzvolles Konzert anhaltenden Beifall. (hivi)