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21. Januar 2018

 


 

22. März 2015

 

Merel Quartett

 

 

 

 

 

Alessandro D'Amico, Viola - Mary Ellen Woodside, Violine

Manuel Oswald, Violine - Rafael Rosenfeld, Violoncello

 


Die vier Musiker des 2002 in Zürich gegründeten Merel Quartetts verfügen über ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten und strahlen eine unwiderstehliche Begeisterung aus. Immer wieder wird das Quartett besonders wegen seines enormen stilistischen Bewusstseins und seiner Vielseitigkeit geschätzt. Es verfügt über ein umfangreiches Repertoire, das eine Spanne von drei Jahrhunderten umfasst: von Bachs „Kunst der Fuge“ bis zu Werken von zeitgenössischen Komponisten wie Kurtág, Saariaho und Holliger.

Seine rege, europaweite Konzerttätigkeit führt das Merel Quartett in renommierte Konzertsäle wie u.a. die Wigmore Hall in London und die Tonhalle Zürich; daneben ist das Quartett zu Gast bei wichtigen internationalen Festivals wie dem Lucerne Festival, den Salzburger Festspielen, dem Kunstfest Weimar, dem Menuhin Festival Gstaad und den Ittinger Pfingstkonzerten.

Bekannt für seine lebendigen Aufführungen, feiert das Quartett Erfolge in Italien, Frankreich, England, Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik. Zu den kammermusikalischen Partnern gehören Künstler und Ensembles wie Ruth Ziesak, Juliane Banse, Dénes Várjon, Heinz Holliger, Jörg Widmann, Erich Höbarth, Thomas Demenga, Nobuko Imai, das Quatour Ebène und das Quatour Mosaïques.

Regelmässige Radioübertragungen bei Swiss Radio SRF, Radio Suisse Romande und Deutschen und Italienischen Radiosendern haben dem Merel Quartett weitere Anerkennung eingebracht. Das Debut Album mit Werken von Schumann, Janácek und dem preisgekrönten Schweizer Komponisten David Phillip Hefti wurde von der NZZ am Sonntag als „überragende CD-Premiere eines Spitzenquartetts“ beschrieben.

Im vergangenen Jahr erschien die zweite CD mit Werken von Felix und Fanny Mendelssohn, unter großem Beifall der Presse: „Von höchster Intensität durchdrungen, bis ins letzte Detail durchdacht, sensibel austariert in Gewichtung und Ausleuchtung der Stimmführung...“ und „ihre schlanke und offene, farblich vielfältig variierende Tongebung besticht.“ (Das Orchester)

 

*****

 

Mary Ellen Woodside übt eine rege Tätigkeit als international gefragte Kammermusikerin aus, unter anderem wurde sie zu Festivals wie den Salzburger Festspielen, dem Menuhin Festival Gstaad, dem Lucernefestival, den Ittinger Pfingstkonzerten, dem Young Artists in Concert in Davos, dem Kunstfest Weimar, dem Omaggio a Palladio in Vicenza und dem International Musicians Seminar Open Chamber Music, Prussia Cove eingeladen. Unter ihren Kammermusikpartnern waren Joshua Bell, Tabea Zimmermann, Heinz Holliger, Thomas Demenga, Julian Bliss, Nobuko Imai, Hariolf Schlichtig und Dénes Várjon. Sie hat als Gast bei den Swiss Chamber Soloists, und als Gast-Primaria im Gemaux Quartett und im Amati Quartett mitgewirkt. Mary Ellen Woodsideist auch als Solistin international aufgetreten, so in Doppelkonzerten mit Tabea Zimmermann, Hariolf Schlichtig und Adelina Oprean, außerdem hat sie Violinkonzerte von Marting Derungs und Aaron Jay Kernis zur Ur-, bzw Erstaufführung gebracht. 

M.E. Woodside spielt als Gast Konzertmeisterin in der Camerata Zürich, dem Basler Kammerorchester und im Luzerner Sinfonieorchester. Während vieler Jahre war sie Stimmführerin im Tonhalle-Orchester Zürich, davor war sie Konzertmeisterin im Württemberger Kammerorchester. Sie ist Mitglied von András Schiffs Cappella Andrea Barca.
 
Mary Ellen studierte an der Eastman School of Music bei Charles Castleman und schloss dort mit dem begehrten „Performer’s Certificate“ ab. Sie gewann zahlreiche Preise bevor sie nach Europa übersiedelte um ihre Studien an der Guildhall School in London bei Yfrah Neaman fortzusetzen. Sie wurde als Solistin für Yehudi Menuhins „Live Music Now“ ausgewählt, gewann den zweiten Preis am Bryan Young Artists Competition und war Finalistin beim Washington International Competition und beim Kulenkampff Wettbewerb in Köln.

Im Zentrum ihrer weiteren Studien stand die Zusammenarbeit mit Mentoren wie Sándor Végh, András Schiff, György Kurtág, Robert Levin, Alfred Brendel und Ferenc Rados

 

Manuel Oswald, in Fribourg geboren, studierte Geige bei Gyula Stuller in Fribourg, Sebastian Hamann in Luzern und Rainer Schmidt in Basel, wo er 2009 mit dem Konzertdiplom abschloss. Weitere Impulse erhielt er durch Meisterkurse bei Tibor Varga, Michèle Auclair, Charles-André Linale, Valery Gradow, András Schiff und Erich Höbarth.

Er studierte Kammermusik bei Walter Levin in Basel, Sebastian Hamann in Luzern und beim Hagen Quartett in Salzburg. Er spielte im Lucerne Festival Academy Orchestra für Neue Musik, wirkte als Konzertmeister im Schweizer Jugend-Sinfonie- Orchester, und war Mitglied der Festival Strings Lucerne.

Besonders intensiv widmete sich Manuel Oswald bis 2014 dem Quartettspiel in seinem Ensemble, dem Gémeaux Quartett, mit welchem er zahlreiche Preise bei Wettbewerben gewann, unter anderem den ersten Preis beim Kammermusikwettbewerb des Migros- Kulturprozents, den Swiss Ambassador Award, einen 3. Preis und den Publikumspreis beim ARD Wettbewerb, einen 2. Preis beim Joseph Haydn Wettbewerb in Wien sowie einen 2. Preis beim Franz Schubert Wettbewerb in Graz. Das Gémeaux Quartett konzertierte im KKL Luzern, in der Wigmore Hall London, der Opéra Bastille Paris, im Herkulessaal der Residenz München, in der Tonhalle Zürich, in der HSBC Bank Hong Kong, in der Kölner Philharmonie oder in der Berliner Philharmonie u.a. und war Gast namhafter Festivals wie dem Lucerne Festival, der Schubertiade Schwarzenberg, dem Kytakyushu International Music Festival (Japan), dem Rheingau Festival oder dem Davos Festival.

Das Gémeaux Quartett war Ensemble in Residence der Folkwang Hochschule Essen und ist als lehrbeauftragtes Ensemble für Streichquartett (Undergraduate Course) an der Musikhochschule Basel tätig.

Seit 2014 ist Manuel Oswald zudem Dirigent und musikalischer Leiter des Baarer Kammerorchesters.

 

Alessandro D’Amico wurde 1986 in Caracas geboren, sein musikalisches Studium begann er 1997 an der dortigen Music School Montalban. Von 2002 bis 2009 war er Mitglied des international renommierten „Simon Bolivar Youth Orchestra“ und hatte dort die Gelegenheit mit großen Dirigenten wie Giuseppe Sinopoli, Claudio Abbado, Gustavo Dudamel, Esa-Pekka Salonen, Heinrich Schiff und Sir Simon Rattle zu arbeiten.

Ab 2002 folgten weitere Studien bei Gerard Caussè und Rainer Schmidt an der Escuela Superior de Musica Reina Sofia in Madrid, bei Peter Langgartner am Mozarteum Salzburg und im „Graduate Course for String Quartets“ unter Walter Levin und Günter Pichler, seit 2000 in der Klasse von Silvia Simionescu an der Musikakademie Basel

Alessandro D’Amico bekam am Int. Gaetano Zinetti Kammermusikwettbewerb 2008 eine „Honorable Mention“ Er besuchte ausserdem Meisterkurse bei verschiedenen Künstlerpersönlichkeiten wie Nobuko Imai, Veronika Hagen, Atar Arad, Wolfram Christ, Gerard Causse, Ralph Gothoni, Rudolf Barshai, Ferenc Rados und Benjamin Zander.

 

Rafael Rosenfeld wurde in Luzern geboren und studierte an der Musikhochschule Zürich bei Walter Grimmer und in der Meisterklasse von Prof. David Geringas in Lübeck. Begegnungen mit Künstlern wie Sándor Végh, György Kurtág, András Schiff, Radu Lupu, Alfred Brendel und Ferenc Rados prägten außerdem seinen musikalischen Werdegang. Er  gewann verschiedentlich Preise an Nationalen und Internationalen Wettbewer­ben, unter anderem gewann er 2000 den ersten Preis am Internationalen Musikwettbewerb in Genf. 

Bereits mit 22 Jahren wurde Rafael Rosenfeld Solocellist im Tonhalle-Orchester Zürich. Mittlerweile hält er ein halbes Pensum dieser Stelle inne. Er war u.a. Kammermusikpartner von Tabea Zimmermann, Heinz Holliger, Jörg Widmann, Erich Höbarth und Joshua Bell, war Mitglied des Lucerne Festival Orchestra mit Claudio Abbado und spielt regelmäßig in der Capella Andrea Barca mit András Schiff. 

Seit Herbst 2005 ist er außerdem Professor für Cello an der Hochschule für Musik in Basel

 

 


Das Programm

 

Wolfgang Amadeus Mozart

(1756 - 1791)

 

Streichquartett C-Dur KV 465

"Dissonanzen"-Quartett

(1785)

Adagio - Andante cantabile - Menuetto - Allegro molto

 

 

Béla Bartók

(1881 -1945)

 

Streichquartett Nr. 6  Sz 114

(1939)

Piu mosso pesante - Vivace

Marcia

Burletta

Finale

 

--- Pause ---

 

 

Ludwig van Beethoven

(1770 - 1827)

 

Streichquartett Op. 59/1 F-Dur

(1806)

 

Allegro

Allegretto vivace e sempre scherzando

Adagio - Finale

 

*****

 

eine Zugabe von

Daniel Purcell

(1664 - 1717)

 

 

 


 

 

Zum Programm

 

Mozarts "Dissonanzen-Quartett" entstand im Winter 1784/85, auf einem Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens. Nach einer düsteren, spannungsgeladenen Einleitung, die durch ihre Chromatik dem Quartett zu seinem Beinamen verholfen hat, stellt Mozart im 1. Satz ein herrliches Allegro-Thema vor, dem ein einfaches Seitenthema gegenüber gestellt wird. Die Durchführung lässt angesichts des fröhlichen Optimismus ihrer musikalischen Diktion fast vergessen, wie kunstvoll der Sonatensatz komponiert ist. - Aus dem gesanglichen Hauptthema  des 2. Satzes entwickelt sich mit einem Seufzermotiv ein Dialog zwischen erster Violine und Cello. Er gipfelt zweimal in feierlichen Vorhalten über einer kreisenden Cellofigur, bevor die Coda am Ende dem Seufzermotiv eine letzte, berückende Wendung gibt. - Die latente Chromatik der ersten beiden Sätze tritt im Menuett an die Oberfläche, während das Trio die Mollstimmung der Einleitung zum ersten Satz aufgreift. - Das virtuose Finale fasst alle Momente des Quartetts zusammen: den gesanglichen Schwung, die Chromatik und die wilden Molleinbrüche.

Bartoks sechstes Streichquartett, sein letztes in Europa geschriebenes Werk, das 1939 im Schatten des drohenden Weltkriegs vollendet wurde, gehört zur "klassischen Moderne" und lebt von starken Gegensätzen: Passagen voller Leichtigkeit wechseln mit spannungsreicher Dramatik. Das Quartett beginnt mit einem Bratschensolo, dessen Thema alle Sätze ritornellartig einleitet. - Der 2. Satz "Marcia" ist vorwärtsdrängend und der dramatischste Teil des Quartetts. - Der dritte Satz trägt die Bezeichnung "Burletta"und hat, angereichert mit Vierteltönen und dem schlagenden „Bartók-Pizzicato“, einen eher ruppig-derben Charakter. Demgegenüber ist das „Mesto“ des 4. Satzes  ein Ausdruck der Trauer über die Weltlage, die den bereits nicht mehr in Ungarn lebenden Komponisten in das amerikanische Exil treiben wird.

"Flickwerk eines Wahnsinnigen” nannten einige Zeitgenossen Beethovens Streichquartette op. 59 nach dem ersten Hören oder Durchspielen. Die irritierende Wirkung, die diese Werke auf das damalige Publikum machten, ist kaum noch nachvollziehbar, da sie uns als klassischer Höhepunkt der Quartettliteratur erscheinen. Den Musikern des Streichquartetts werden Sätze von einer Länge und klanglichen Dichte zugemutet, wie sie zuvor nur ein Sinfonieorchester zu bewältigen hatte. - Im Quartett 0p. 59 Nr. 1 entfaltet das Cello im 1. Satz das melodisch weit ausgreifende Hauptthema, das dann von den übrigen Instrumenten aufgegriffen und durchgeführt wird.  - “Sempre scherzando” ist der 2. Satz überschrieben. Das Cello legt zu Beginn den Rhythmus des Satzes fest, den die zweite Violine melodisch definiert, und der dann von allen Instrumenten meisterhaft durchgeführt wird.

Höhepunkt des Quartetts ist der langsame Satz, das “Adagio molto e mesto” in f-moll. Die klagende Figur entfaltet sich in immer weiteren Kreisen, der Satz dünnt bis zur Zweistimmigkeit aus, ein Gegenthema in Dur kann sich nur leise behaupten. Im ohne Pause folgenden Finale hat Beethoven  ein “russisches Thema” als Grundlage für sein rhythmisch komplexes, in Teilen kämpferisches, Sonaten-Rondo genommen - eine Huldigung an den Widmungsträger - Graf Rasumowsky.


 

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Stand: 14. Oktober 2015.