Jülicher Schlosskonzerte©

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21. Januar 2018

 


 

Rezension des Konzertabends am 25. März 2007

 

Klangbild aus einer Zeit des Umbruchs vom Mittelalter zur Neuzeit

Musik der Herzog-Komponisten Martin Peudargent in Jülich aufgeführt.

Glänzend: Ensemble Rabaskadol und die Capella 92

 

Aachen. Alte Musik auf historischen Instrumenten, beflissentlich auf "authentische" Musizierpraktiken bedacht, gehört heute zum musikalischen Alltag. Als jetzt in der Schlosskapelle der Jülicher Zitadelle 400 Jahre alte, fromme und weniger fromme Gesänge erklangen, wurde doch mehr geboten als ein Konzert unter vielen.

Ein Jülicher Forscherteam stöberte Originalmusiken auf, die am Hofe Wilhelms V. entstanden sind, als das Herzogtum Jülich-Kleve-Berg seine größte Ausdehnung hatte. Federführend war damals der Komponist Martin Peudargent, dessen bis dahin vergessene Werke in einem aufwendig edierten Notenband und einer CD-Einspielung rechtzeitig zur Konzertreihe veröffentlicht wurden.

Musik, die in der Renaissance sowohl die historische Schlosskapelle in der denkmalsgeschützten Jülicher Zitadelle erfüllte als auch Schlösser in Düsseldorf und anderen Regionen zwischen dem Niederrhein und dem Bergischen Land; insofern wurde der Wert aller drei Konzerte der Reihe in Düsseldorf, Gelsenkirchen-Horst und letztlich Jülich durch die enge historische Bindung an die Landschaften noch gesteigert.

Und das, obwohl man mit dem "Ensemble Rabaskadol" und der "Capella 92" zwei Spezialensembles verpflichtete, die ohnehin für hohe künstlerische Qualität garantierten. Enttäuscht wurde das Publikum auch nicht. Es entstand ein farbiges Klangbild aus einer Zeit des Umbruchs vom Mittelalter zur Neuzeit. Das schlägt sich nicht zuletzt im Instrumentarium nieder, indem man traditionelle Blasinstrumente wie Zink und Pommer durch damals noch wenig verbreitete Violinen ergänzte. Ob die Motetten als Instrumental- oder Vokalwerke (oder gemischt) ausgeführt wurden, blieb den Musikern seinerzeit freigestellt. Trotzdem war es etwas gewöhnungsbedürftig, dass recht viele Motetten in Jülich von einem Solo-Sopran mit Instrumentalbegleitung gestaltet wurden. Das betraf vor allem den ersten Teil mit geistlicher Musik, dem es nicht nur dadurch ein wenig an Abwechslung mangelte.

Lebendiger ging es im zweiten Teil zu, in dem auf teils derbe Texte zurückgegriffen wurde und höfische Tanzmusik die Stimmung anregte.

 

PEDRO OBIERA

 


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