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21. Januar 2018

 


 

22. Januar 2012

 

Klavier-Duo Genova und Dimitrov

 

                                                                                       Foto: Wolfgang Emde

 

Aglika Genova & Liuben Dimitrov

 

Aglika Genova & Liuben Dimitrov sind seit 1995 ein Klavierduo. Im Herbst 1995 in Hannover gegründet, gewann das junge, musikalische Doppel zu Beginn seiner Zusammenarbeit alle international renommierten Klavierduo-Wettbewerbe: den ARD-Musikwettbewerb München (1996), den Dranoff Klavierduo-Wettbewerb Miami (1997), den Tokio Klavierduo-Wettbewerb (1996) sowie den Bellini-Musikwettbewerb (Italien, 1995) und macht seitdem eine Aufsehen erregende Karriere. „Wir wollten ja ursprünglich beide Solisten werden“, erzählt Aglika Genova. „Dann ergab sich damals kurz vor unserer Abreise nach Korea zum Solo-Wettbewerb, dass wir an einem Nachmittag zwei Flügel, aber nur einen Raum in der Hochschule zum Üben hatten. Da haben wir uns spontan synchron warm gespielt; mit der Chopin-Etüde op. 25 Nr. 11. Das war, als hätten wir Flügel bekommen.“

Der Funke ist auch privat bei den beiden jungen Tastenvirtuosen übergesprungen. Die Gemeinsamkeiten reichen auch in die Vergangenheit: Genova & Dimitrov spielen beide seit ihrem 5. Lebensjahr Klavier, haben beide Spezial-Musikschulen für hochtalentierte Kinder besucht, wurden – beide griechischer Abstammung – in Bulgarien geboren, hatten beide bereits mit 9 Jahren ihre jeweils ersten öffentlichen Auftritte mit Orchester. Beide haben auch parallel an der Musikhochschule in Sofia bei Professor Ganev und später in Hannover bei Professor Krainev studiert.

Den beiden Pianisten wurde inzwischen aufgrund ihrer herausragenden künstlerischen Leistungen von der Bundesregierung die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen. Heute lebt das Duo bei Hannover, in Miami und in Sofia.

Von Publikum und Presse hoch gelobt, hört man Genova & Dimitrov, die bei Hannover leben, bei allen namhaften nationalen und internationalen Festivals, in allen großen Konzertsälen, im Recital oder mit großem Orchester. So u.a. beim MDR-Musiksommer, bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen, dem Rheingau Musikfestival, den Schwetzinger Festspielen, dem Schleswig-Holstein Musik-Festival, den Wiener Festwochen, dem Music Festival of the Hamptons, dem Savannah Onstage Music Festival, Ravello Musikfestival, dem Chopin Music Festival (Duszniki), in München, Dresden, Stuttgart, Berlin, Wien, Paris, Brüssel, Chicago, Miami, Washington, Tokio, Peking, Rio de Janeiro, Athen, Sofia, Kapstadt, Rom, Almaty, Kiew u.ä..

Genova & Dimitrov treten bisher u.a. mit den Rundfunkorchestern in München, Hannover und Kaiserslautern, mit den Stuttgarter Philharmonikern, der Nordwestdeutschen Philharmonie, dem New World Symphony, dem Savannah Symphony, dem Bulgarischen Nationalrundfunkorchester und der Nationalphilharmonie, den Sofia Soloists, dem Beijing Symphony, dem Tschechischen Kammerorchester, dem Moscow Symphony Orchestra und der Ukrainischen Nationalphilharmonie auf, jeweils dirigiert u.a. von Eiji Oue, Ari Rasilainen, Alun Francis, Toshiyki Kamioka, Leos Svarovsky und Andreas Weiser.

Die Winterolympiade in Salt Lake City 2002 haben Genova & Dimitrov musikalisch mit eröffnet und waren u.a. Gaststars der EXPO 2000. 2001 bekamen die beiden Pianisten die Auszeichnung: „Künstler des Jahres“. Zahlreiche Fernseh- und Rundfunkproduktionen haben Genova & Dimitrov bisher Dokumentationen u.ä. gewidmet, darunter ARD, ZDF, CBS, BBC, RAI, TV Senado, NPR, ABC Australien, Channel25/WFMT, CCTV, NHK, CBC Kanada, der Schwedische und Dänische Rundfunk, Radio France International u.ä.

Das Duo veröffentlicht bei cpo seit 1999 jährlich mindestens eine CD, darunter eine große Zahl von Welterst-Einspielungen der Klavierduo-Werke von Schostakowitsch, Johann Christian Bach, Clementi, Vladigerov und Casadesus. Alle Genova & Dimitrov-CDs wurden von führenden internationalen Rundfunkanstalten und Musikzeitschriften hervorragend besprochen und vielfach ausgezeichnet, ganz besonders die CDs mit der NDR-Radiophilharmonie unter Eiji Oue mit Konzerten von Martinu und Schnittke und mit dem SWR-Rundfunkorchester unter Alun Francis mit Konzerten von Milhaud, Poulenc und Casadesus.

Genova & Dimitrov werden von JOOP! ausgestattet und sind aufgrund außergewöhnlicher musikalischer Leistungen ins "Who is Who in Deutschland" aufgenommen worden. Ende Juni 2005 erscheint ihre neueste CD, "America for Two“ (cpo), eine Hommage für zwei Klaviere an Gershwin, Copland und Bernstein. Im August 2005 sind Genova & Dimitrov u.a. Juroren des ARD-Wettbewerbs in München.

 


 

Das Programm

 

 

Franz Schubert

(1797 - 1828)

 

Fantasie für Klavier zu vier Händen, f-moll D 940 op.103

 

Andantino varié, Op. 84 No.1

 

*****

 

Peter Iljitsch Tschaikowsky

(1840 - 1893)

Dornröschen-Suite

(in der Bearbeitung von S. Rachmaninow)

 

I. Introduction. La Fee des Lilas

Die Fliederfee

II. Adagio. Pas d'action

III. Pas de caractere. Le Chat botte et la Chatte blanche

      Der gestiefelte Kater und die weiße Katze

IV. Panorama

V. Valse

 

- Pause -

 

Maurice Ravel

(1875 - 1937)

Ma Mere l'Oye

I. Pavane de la Belle au Bois Dormant

Die Pavane von Dornröschen

II. Petit Poucet

Kleiner Däumling

III. Laideronnette, Impératrice des Pagodes

Laideronette, Kaiserin der Pagoden

IV. Les Entretiens de la Belle et la Bête

Konversation zwischen der Schönem und dem Tier

V. Le Jardin Féerique

Der Feengarten

 

*****

 

Claude Débussy

(1862 - 1918)

Six Epigraphes Antiques

 

I. Pour Invoquer Pan, Dieu du Vent d'Été

ll. Pour un Tombeau sans Nom

Ill. Pour que la Nuit Soit Propice

IV. Pour la Danseuse aux Crotales

V. Pour l'Égyptienne

Vl. Pour Remercier la Pluie au Matin

 

*****

 

Francis Poulenc

(1899 - 1963)

Sonate für Klavier zu vier Händen (1918)

I. Prélude - II. Rustique - III. Finale

 


 

Zum Programm

 

Schubert komponierte die Fantasie in f-moll in seinem letzten Lebensjahr. Ein Jahr nach seinem Tod wurde sie als Opus 103 veröffentlicht. Der Aufbau der ausdrucksstarken, tragisch gestimmten Komposition lässt die Sonatenform mit Allegro, Largo, Scherzo und Finale erkennen. Die formale und poetische Einheit des Werkes wird dadurch erreicht, dass das Allegro gesteigerter, bereicherter wiederkehrt und die Komposition in der düsteren Stimmung des Anfangs ihren Ausklang findet. Das Thema, molto moderato, das über einem weichen Klangteppich von f-moll-Harmonien schwebt, hat durch die ständigen Wiederholungen des Quartensprungs etwas Hartnäckiges und zugleich Fatalistisches.

Mit intimerem Charakter, in lyrischer Schönheit, erklingt das Andantino varié, das Schubert im Jahr 1818 komponiert hat. Dem Thema in h-moll folgt ein ruhiger, feierlicher Marsch mit vier Variationen. Die letzte in H-Dur ist ein zartes Klangspiel aus empfindsamer Melodie und tänzelnder Figuration.

Dornröschen, das auf dem Märchen La Belle au Bois Dormant (1697) von Charles Perrault basiert, wurde am 3. Januar 1890 im Marijnski-Theater in St. Petersburg in der Choreographie von Marius Petipa uraufgeführt. Tschaikowsky komponierte das Ballett im Auftrag der Direktion des Kaiserlichen Theaters. Auf Empfehlung des Pianisten und Freundes Alexander Siloti beauftragte Tschaikowsky den achtzehnjährigen Sergej Rachmaninow mit der Anfertigung einer vierhändigen Klaviersuite des Werkes. Das erste Stück der Suite, Introduction: La Fée des Lilas, beschreibt die Taufe der Prinzessin Aurora und enthält die Themen der bösen Fee Cavaradosse und der Fliederfee, das zweite beschreibt Prinzessin Aurora und die vier Bewerber, die um ihre Hand anhalten, das dritte ist eine Tanzeinlage von Märchenfiguren auf Auroras Hochzeit. Im Panorama gleitet das Boot mit dem Prinzen Désiré und der Fliederfee zu Auroras Königsschloss, in Valse wird Auroras Geburtstagsfest vertont.

Ravel komponierte Ma Mère l´Oye original für Klavier vierhändig. Märchen und Feengeschichten waren seine Leidenschaft. "Der Plan, in diesen Stücken die Poesie der Kindheit heraufzubeschwören, hat mich von selbst dazu geführt, meinen Stil zu vereinfachen und meine Schreibweise aufzulockern", schreibt er in einer autobiografischen Skizze. So erzählt Mutter Gans einfache Kindergeschichten, ohne die typischen Akkordcluster und hoch komplizierten Tonarten, die man in anderen Werken Ravels gewöhnlich hören kann. In Die Schöne und das Biest kann der Hörer seine kunstvoll-elegante Stimmführung bewundern. Der chinesische Marsch wirkt naiv und zugleich komisch-virtuos.

Débussys Six Épigraphes Antiques sind wie aus einem Guss komponiert und demonstrieren die neue Synthese von freier und klassischer Form, die seinem späten Stil eigen ist. Die sechs Miniaturen sind wahrscheinlich als Suite gedacht. Dafür spricht die Anordnung der Tonalitäten und der Tempi. Das letzte Stück endet mit dem Thema des ersten, so dass sich hier der Kreis schließt. Die Sonate zu vier Händen von Francis Poulenc entstand 1918 und ist eigentlich nach Umfang und Inhalt eine Sonatine. Sie bezeugt das Genie des jungen Komponisten, der für sein Werk eine vorklassische Form wählt, in der sich die Themen aneinander reihen oder liedhaft entwickelt werden. Die Melodien sind verspielt, immer leicht volkstümlich und von geringem Tonumfang. Der zweite Satz Rustiques führt uns aufs Land, dessen Idylle die weißen Tasten versinnbildlichen. Beim Spiel der Sonate verschränken sich die vier Hände der Spieler geradezu akrobatisch ineinander.

 

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Stand: 26. Januar 2012.