Jülicher Schlosskonzerte©

 

Klassische Kammermusik im historischen Ambiente  - seit 1979

 

 

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Nächstes Konzert am Sonntag, 17. März 2024 um 20 Uhr mit dem Leonkoro Quartett

 

 

 

12. März 2023

 

Trio con Brio Copenhagen

 

         

 

 

Soo-Jin Hong, Violine

Jens Elvekjaer, Klavier

Soo-Kyung Hong, Violoncello

 

Das 1999 an der Wiener Musikhochschule gegründete Klaviertrio „Trio con Brio Copenhagen“ besteht aus den zwei koreanischen Schwestern Soo-Jin und Soo-Kyung Hong und dem Dänen Jens Elvekjaer. Es gehört zu den international führenden Ensembles. Zahlreiche bedeutende Preise sorgten für Anerkennung. 2002 gewann das Ensemble gleich zwei hoch angesehene Preise: den ARD Wettbewerb München und den 1. Preis des Dänischen Rundfunkwettbewerbs, 2003 folgten Preise beim renommierten Premio Vittorio Gui Florenz und beim Trondheim Kammermusikwettbewerb. Heute lebt das Trio in Kopenhagen und tourt durch berühmte Konzertsäle Europas, der USA sowie Asiens.

Zum Repertoire der Musiker gehört unter anderem Beethovens Tripelkonzert sowie „Six Pieces for Piano Trio and orchestra“, ein Tripelkonzert des international angesehenen schwedischen Komponisten Sven-David Sandström. Weitere ihm gewidmete Trios wurden vom Ensemble uraufgeführt.

 


 

Das Programm

 

Ludwig van Beethoven

(1770 - 1827)

 Klaviertrio D-Dur op. 70/1 "Geister-Trio"

 

Sergei Prokofjew

(1891 - 1953)

 "Romeo und Julia"

daraus 4 Stücke, arrangiert für Klaviertrio von Jens Elvekjaer

 

- Pause -

 

Franz Schubert

(1797 - 1828)

 Klaviertrio Es-Dur op. 100 (D. 929)

(das AOI-Trio spielte hier am 20. Februar 2022 das Trio B-Dur)

 

 

Beim Publikum bedankte sich das sympathische Trio mit einer Zugabe:

Scherzo aus dem Klaviertrio Nr. 1 in d-moll, op. 32

von Anton Arenski (komponiert 1894)

 

[komplettes Trio auf Youtube vom Hochrhein Festval von und mit Sol Gabetta]


 


 

Zum Programm

 

Den populären Beinamen “Geistertrio” verdankt das Werk dem langsamen Mittelsatz und einer Bemerkung des Beethoven-Schülers Carl Czerny: “Der Character dieses, sehr langsam vorzutragenden Largo ist geisterhaft schauerlich.” E.T.A.Hoffmann hörte aus dem Satz den “Charakter einer sanften, dem Gemüth wohltuenden Wehmuth” heraus. Zum Eindruck des Geisterhaften trägt der Klang bei: Das Hauptthema, das sich wie ein melancholischer Gesang über den ganzen Satz legt, wird vom Klavier mit schnellen Sextolen leggieramente begleitet, woraus nach Hoffmann “ein Säuseln”, ein schattenhafter Klang entsteht. Es gipfelt in den düsteren Klängen der Coda, wo die Sextolen in den Klavierbass wie in eine Gruft hinab zu steigen scheinen. “Wie der Sturmwind die Wolken verjagt” (Hoffmann), so verdrängt das Finale die düstere Stimmung des Largo. Es kehrt zur Stimmung und zur kontrapunktischen Verarbeitungstechnik des Kopfsatzes zurück.

Prokofjews „Romeo und Julia“ nach Shakespeare gehört zu den populärsten Ballettmusiken. So wurden häufig einzelne Sätze für andere Besetzungen arrangiert – hier für Klaviertrio, das orchestralen Klang zu entfalten, ebenso aber auch lyrisch-zarte Partien atmosphärisch zu vermitteln vermag.

Schuberts Es-Dur-Trio entstand im November 1827, in der Zeit der "Winterreise", was seinen melodischen Duktus, die harmonischen Abstürze und die existentielle Spannung in fast jedem Takt erklärt. Im Vergleich zu seinem Schwesterwerk in B-Dur, D 898, fand Robert Schumann das Es-Dur-Trio „mehr handelnd, männlich, dramatisch.“ Sein erster Satz, Allegro, hat ein für Schubert ungewöhnlich knappes und energisches Hauptthema. Ihm tritt ein schattenhaftes Seitenthema gegenüber, im Rhythmus jazzartig gegen den Takt verschoben. Das melancholische Thema des zweiten Satzes soll auf ein schwedisches Lied zurückgehen. Das Scherzando wirkt danach fast spielerisch gelöst. Ein Kanon  zwischen Klavier und Streichern gibt ihm einen ironischen Charakter.

 

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Stand: 14. März 2023.