Jülicher Schlosskonzerte©

 

Klassische Kammermusik im historischen Ambiente  - seit 1979

 

 

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Nächstes Konzert am Sonntag, 17. März 2024 um 20 Uhr mit dem Leonkoro Quartett

 

 

 

21. Mai 2023

 

Kammermusik mit Streichern & Klavier

         

 

 

Für das Schlosskonzert in Jülich wurde das international renommierte

Guadagnini Trio

 

Foto: W. Emde

 

Alina Armonas-Tambrea, Violine

Edvardas Armonas, Violoncello

Ana Mirabela Dina, Klavier

erweitert um die Jülicher Künstler Susanne Trinkaus Hans Otto Horch

Susanne Trinkaus, Viola

Hans Otto Horch, 2. Violine

 

 

Das Guadagnini Trio, dessen Grundstein 2003 gelegt wurde, gehört seit vielen Jahren zur Klaviertrio-Elite und ist aufgrund seiner ausgereiften Interpretationen und funkensprühenden Energie gern gesehener Gast auf renommierten Podien und im Rahmen namhafter Musikfestivals wie dem Beethoven-Haus Bonn und der Alten Oper Frankfurt, dem Rheingau Musik Festival, den BASF-Konzerten Ludwigshafen und dem Heidelberger Frühling.

Drei erstklassige, starke Künstlerpersönlichkeiten treffen im Guadagnini Trio aufeinander und lassen mit ihrer „nahezu akrobatischen Virtuosität, ihrem brillanten Instrumenten-Dreiklang und ihrer tief empfundenen Empathie“ jedes Konzert zu einem außergewöhnlichen Klangerlebnis werden.

In seiner Namensgebung beruft sich das Trio auf die von Alina Armonas-Tambrea gespielte Violine, die der italienischen Geigenbauerfamilie Guadagnini entstammt.

Nach Studien beim Alban Berg Quartett und bei Harald Schoneweg an der Musikhochschule Köln sowie am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris folgte der Sieg des ersten Preises im internationalen Kammermusikwettbewerb ‚Helexpo’ in Thessaloniki. Der ihm kurze Zeit später verliehene Preis der Johannes-Brahms-Gesellschaft Pörtschach dokumentiert den raschen Aufstieg des jungen Klaviertrios. Seine zahlreichen Aktivitäten setzt das Ensemble als „Trio in Residence“ der Kammerkonzerte Darmstadt fort.

Die ständige Suche des Trios nach dem Wesentlichen darf man zweifellos als eigenständig bezeichnen. Mit direktem und unvoreingenommenem Blick tritt das Guadagnini Trio der Musik entgegen, „voller Mut und Respekt, mit aufmerksamer Distanz und behutsamer Nähe, mit Verständnis für die schöpferischen Ideen eines anderen und der Bereitschaft, mit eigenem Können eine neue Deutung hinzuzufügen.“ (Ulrich Pfaffenberger, SZ) Zudem zeichnet das Guadagnini Trio eine nicht nachlassende Neugier auf musikalische Entdeckungen aus: Sein traditionelles Repertoire bereichert das Ensemble durch die konsequente Auseinandersetzung mit unbekannten oder selten aufgeführten Werken. Diese facettenreiche Kombination wurde von Beginn an von Publikum und Veranstaltern mit Begeisterung aufgenommen - und auch die Presse findet immer wieder äußerst akklamierende Worte für diesen leidenschaftlichen Einsatz.
Ebendies Bestreben spiegeln auch ihre zwei CDs wider, die bei GENUIN Classics unter dem ehemaligen Namen „Trio Enescu“ veröffentlicht wurden. Sie beinhalten die Gesamteinspielung der Klaviertrioliteratur des rumänischen Komponisten George Enescu und erhielten weltweit große Aufmerksamkeit und lobreiche Kritiken, wurden zudem von verschiedensten Radiosendern wie dem SR 2 Kulturradio, dem WDR 3, dem ORF Radio Ö1 ausgestrahlt, in hr2-Kultur als CD-Tipp sowie beim Live-Auftritt des Trios in der Sendung WDR 3 Tonart vorgestellt.
 

Mit gerade einmal vier Jahren begann für Alina Armonas-Tambrea ihr künstlerischer Lebensweg innerhalb ihrer Musikerfamilie. Bereits im Alter von 15 Jahren wurde sie in die Meisterklasse von Prof. Rosa Fain an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf aufgenommen. 1998 setzte sie ihr Studium bei Prof. Viktor Tretyakov an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln fort und schloss es 2003 mit Bestnote ab.

Meisterkurse bei den Professoren Thomas Brandis, Igor Ozim und Stefan Gheorghiu vertieften ihre Studien. Während dieser Zeit war sie Stipendiatin zahlreicher Stiftungen: der Kunststiftung NRW, der Vössing-Stiftung, der Schuller-Stiftung und der Dörken-Stiftung. Schon in frühen Jahren wurden Alina Armonas-Tambrea Preise zugesprochen, u.a. beim internationalen Violinwettbewerb „Jeunesses Musicales“ in Belgrad und bei „Jugend Musiziert“ auf Bundesebene. 
Auftritte als Solistin des Warschauer Symphonie Orchesters, der Deutschen Kammerakademie, der Südwestfälischen Philharmonie und zahlreicher anderer Orchester führten sie in viele Länder Europas.   

Im Mai 2014 wurde Alina Armonas zum Jury-Mitglied des „Prinzessin Margaret von Hessen“ – Wettbewerbs an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt berufen. Von 2007 bis 2010 war Alina Armonas in der Position des stellvertretenden Konzertmeisters am Staatstheater Darmstadt tätig und unterrichtet seit 2010 als Dozentin für Violine und Kammermusik an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt.    

 

Der in eine Musikerfamilie hinein geborene Cellist Edvardas Armonas wuchs in Vilnius, Litauen auf, wo er auch sein Musikstudium bei Prof. Rimantas Armonas begann. 1998 wechselte er an die Musikhochschule Köln zu Prof. Frans Helmerson, schloss sein Studium mit Bestnote und Auszeichnung ab. Er vertiefte seine Kenntnisse bei Prof. Philipp Muller am Conservatoire National de Musique et de Danse de Paris und in den darauf folgenden Jahren mit seinem Klaviertrio beim Alban Berg Quartett. Meisterkursen bei Mstislav Rostropowitsch, Daniil Shafran, Arto Noras, David Geringas, Tsuioshi Tsutsumi und Yo-Yo Ma verdankt er weitere künstlerische Impulse.

Edvardas Armonas konzertierte bereits auf vielen internationalen Podien in Europa, Asien und den USA. Als Solist trat er bei der Eröffnung des „Schleswig-Holstein Musik Festivals“ gemeinsam mit der Violinistin Baiba Skride unter der Leitung von Kristjan Järvi auf. Zudem war Edvardas Armonas als Solist und Kammermusiker bei zahlreichen Festivals und Konzertveranstaltern zu Gast, darunter beim Rheingau Musik Festival, Usedomer Musikfestival, der Frankfurter Museumsgesellschaft und dem Erftkreis Zyklus. 

Im Jahr 1996 gewann er den „Landgraf von Hessen – Preis“ der Kronberg Academy und wurde daraufhin der erste Stipendiat der Rostropowitsch Cello Stiftung. 2011 wurde er zum Jury-Mitglied des „Prinzessin Margaret von Hessen“ – Wettbewerbs in Darmstadt berufen. Seit der Saison 2017 ist Edvardas Armonas Künstlerischer Leiter der Kammerkonzerte Darmstadt.

 

Die rumänische Pianistin Ana Mirabela Dina ist Preisträgerin mehrerer internationaler Wettbewerbe. Sie gewann bereits mit acht Jahren den 1. Preis beim »Concorso internazionale per i giovani pianisti« in Stresa (Italien). 1993 wurde sie von der Cambridge University zur »Women of the Year« gewählt, und 1995 gewann sie den 1. Preis des »Waki Piano Competition« in Japan. Ein weiterer Höhepunkt ihrer Karriere war 1998 ihr Doppel-Debüt in Berlin, wo sie mit dem Deutschen Symphonie-Orchester im Konzerthaus und in der Philharmonie konzertierte.
Aufsehen erregte sie im Herbst 1999, als sie mit dem 1. Preis des Internationalen Klavierwettbewerbs »Martha Argerich« ausgezeichnet wurde. Im Salle Pleyel in Paris spielte sie mit Martha Argerich, Gabriela Montero, Mauricio Vallina, Gidon Kremer und der Kremerata Baltica u. a. Bachs Konzert für vier Klaviere und Orchester

 

Susanne Trinkaus, Viola, erhielt ihre künstlerische Ausbildung u.a. in der Meisterklasse Max Rostals und des Amadeus Quartetts an der Musikhochschule Köln. Als Geigerin des "Robert Schumann Ensembles" für Klavier-Kammermusik und des "Ensemble Carolina" konzertierte sie u.a. in Spanien, Portugal, Lettland, Ukraine, USA und Australien und erarbeitete sich ein vielseitiges Repertoire in den entsprechenden Musikgattungen. Seit vielen Jahren ist sie, neben ihrer Dozententätigkeit an der Jülicher Musikschule, Konzertmeisterin und Solistin mehrerer Kammerorchesterformationen im Raum Düren-Köln. Seit 2005 ist sie künstlerische Leiterin der Jülicher Schlosskonzerte.

 

Hans Otto Horch, 2. Violine, war Mitglied des Symphonieorchester des Südwestfunks Baden Baden und des Aachener Kammerorchesters. Schon früh spezialisierte er sich auf Kammermusik. Mit dem Leonhardt-Quartett, das mehrfach an Meisterkursen mit dem führenden tschechischen Vlach-Quartett teilnahm, und mit seinem Tübinger Klaviertrio gewann er erste Preise beim Internationalen Kammermusikwettbewerb in Colmar. Viele Jahre leitete er das Aachener Kammermusikensemble, mit dem er erfolgreich auch als Solist konzertierte. Seit 2016 ist er künstlerischer Beirat im Verein Jülicher Schlosskonzerte.

 


 

Das Programm

"Klavierkammermusik der Romantik" 

 

Johannes Brahms

 (1810 - 1856)

Klavierquartett g-moll

[hier finden Sie eine private Video-Aufzeichnung]

 

Intermezzo. Allegro ma non troppo – Trio Animato

Andante con moto

Rondo alla Zingarese. Presto

 

- Pause -

 

Antonin Dvořák

(1814 - 1894)

Quintett für Klavier, 2 Violinen, Viola und Violoncello op. 81 in A-Dur

[hier finden Sie eine private Video-Aufzeichnung]

 

Allegro ma non tanto 

Dumka. Andante con moto

Scherzo. Furiant. Molto vivace - poco tranquillo 

Finale. Allegro

 

Den Mittschnitt des "Encore" können Sie hier [ansehen]

 
 


 

Zum Programm

 

Die Hochachtung der Komponisten Brahms und Dvořák füreinander entwickelte sich zu einer lebenslangen Freundschaft und führte zu einem regen künstlerischen Austausch und gegenseitiger Inspiration.

Johannes Brahms hatte seine Liebe zur Musik der ungarischen Volksmusik schon entdeckt, als er sich in Wien niederließ, wo er regelmäßig die Csárdás-Kapellen im Prater anhörte. So ist sein erstes Klavierquartett stark von dieser Musik beeinflusst. Besonders im letzten Satz wechseln wilde Zigeuner-Melodien mit gesanglichen Teilen, die den Streichern herrliche Soli bieten. Das Rondo alla Zingarese ist formal das schlichteste Finale, das Brahms jemals geschrieben hat: ein einfaches Alternieren zwischen dem Rondothema in g-moll und wechselnden Episoden in anderen Tonarten.

Antonín Dvořáks Zweites Klavierquintett wurde im Januar 1888 in Prag uraufgeführt. Die Erstaufführung in London vier Monate später verhalf dem Werk sofort zum internationalen Durchbruch. Mit symphonischem Klang, in meisterlicher Form, verbunden mit volkstümlichen Melodien und spätromantischem Pathos wurde es eines der meist gespielten Quintette der Kammermusik. Gleich der Beginn des ersten Satzes stellt ein melodiöses Cellothema einem symphonischen Tutti nach dem Vorbild von Brahms gegenüber. Zwischen diesen beiden Ebenen bewegt sich der gesamte Satz. In den Mittelsätzen knüpfte Dvořák an sein neun Jahre früher komponiertes Streichsextett an. Wie dort sind auch hier Adagio und Scherzo durch eine Dumka und einen Furiant ersetzt. Bei der Dumka handelt es sich um einen ukrainischen Volkstanz, für den der Wechsel zwischen langsamen, melancholischen Teilen und schnellen Tanzabschnitten typisch ist. In der Dumka des Klavierquintetts hat Dvořák außerdem einen schnellen Zwischenteil eingefügt, der durch seine eigenartigen Mischklänge aus Klavier und Streichern fasziniert. Der Furiant des dritten Satzes ist ein tschechischer Volkstanz im schnellen Dreiertakt, in den ein langsamer Teil in F-Dur integriert ist. Der letzte Satz ist eine Polka, die einen Fugato-Teil enthält, der trotz seiner Komplexität dem virtuosen Satz seinen Elan keineswegs mindert.

 

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Stand: 27. Juni 2023.